"Man bekommt viel zurück"
Werner Römich (71) erhielt das Bundesehrenzeichen. Sein Engagement für Guatemala ist der Grund.
Ich weiß nicht, wie ich zu dieser Ehre gekommen bin", sagt Werner Römich und klingt ehrlich verwundert. Außenminister Michael Spindelegger weiß es offensichtlich: Er hat dem Weltbürger am Montag in Wien (wie auch weiteren sieben Personen) das Bundesehrenzeichen verliehen für sein ehrenamtliches Engagement. Anlass ist das "Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit".
Für Römich war schon früh klar, wo er viel Lebenszeit verbringen wollte: in Guatemala, dem Staat in Zentralamerika, in dem die Schere zwischen Arm und Reich besonders weit aufgeht. "Mein halbes Leben habe ich dort verbracht", sagt Römich. Als junger Lehrer aus Thal bei Graz kam er 1966 an die Österreichische Schule in Guatemala Stadt. Bald suchte er den Kontakt zu den einfachen Menschen im Landesinneren und im Hochland. Dann begann er zu helfen.
Als Entwicklungshelfer, zwischenzeitlich auch in Bolivien, und als Lehrer erkannte er, dass der Weg aus der Armut nur über Bildung führen konnte. Zusammen mit einem guatemaltekischen Kollegen gründete er 1989 in einem desolaten Haus eine Schule für arme Kinder aus dem Landesinneren, die ansonsten kaum Chancen gehabt hätten.
Daraus entwickelte sich, auch mit Mitteln des Landes Steiermark, die "Casa Hogar", ein Schülerheim für 28 junge Menschen. Viele von ihnen machen ihren Universitätsabschluss. Oft ist Römich in ihrer Nähe - die Hälfte des Jahres verbringt er immer in Guatemala. Warum er hilft? "Es ist nicht nur helfen. Man bekommt viel mehr zurück", sagt er.
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Fakten
Werner Römich, geboren am 18. 7. 1940 in Köflach.
Werdegang: Der Volks- und Hauptschullehrer ging 1966 nach Guatemala, arbeitete als Lehrer und Entwicklungshelfer. Baute die "Casa Hogar" auf, ein Schülerheim für arme Kinder. Hat zwei Kinder, sieben Enkel.
















