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Zuletzt aktualisiert: 15.05.2011 um 19:14 UhrKommentare

1.600 Tonnen Müll im Wasser

Das Wasser der steirischen Flüsse hat hohe Qualität. Ganz so sauber, wie man meint, ist es aber nicht: Jährlich sammeln sich an den Kraftwerken Hunderte Tonnen Abfall.

Freiwilliger Frühjahrsputz. Rund 150 Tonnen Unrat werden dabei jedes Jahr gesammelt - ein Bruchteil dessen, was tatsächlich an- oder besser abfällt

Foto © BAUER Freiwilliger Frühjahrsputz. Rund 150 Tonnen Unrat werden dabei jedes Jahr gesammelt - ein Bruchteil dessen, was tatsächlich an- oder besser abfällt

Unlängst waren sie wieder unterwegs, die Hunderten Freiwilligen, die die steirischen Wege, Wälder und Flussläufe von Unrat säuberten. Rund 150 Tonnen Müll sammeln sie jedes Jahr beim Frühjahrsputz. Eine ganze Menge, die aber immer noch gering ist verglichen mit dem, was alles die steirischen Flüsse entlanggetrieben wird. Nicht weniger als 1600 Tonnen an Plastik und Reststoffen sammeln sich jedes Jahr an den 40 Verbund-Wasserkraftwerken im Land an. Und es gibt fast nichts, was nicht dabei wäre.

260.000 Euro Kosten

Ölkanister, Autoreifen, Tennisbälle, sogar ganze Einrichtungsgegenstände ziehen Siegfried Demel und seine Mitarbeiter regelmäßig aus dem Wasser. "Das hauen die Leute einfach in den Fluss, weil sie sich fünf Euro für die Entsorgung sparen wollen", sagt der Wasserkraft-Werksgruppenleiter des Verbund. "Vieles landet auf den Böschungen und wird vom nächsten Hochwasser mitgenommen." An den Rechen der Laufkraftwerke, den vertikalen Gitterstäben an den Turbinenzuflüssen, ist für das Schwemmgut Endstation. Per Kran wird der Unrat aus dem Wasser gezogen und von Entsorgungsunternehmen abgeholt. Allein im Vorjahr hat das laut Verbund 260.000 Euro gekostet.

Insgesamt sammeln sich an den Rechen der steirischen Kraftwerke jedes Jahr sogar mehr als 8000 Tonnen Treibgut an - rund 1000 Tonnen im Einzugsgebiet der Enns und 7000 entlang der Mur. "80 Prozent davon sind aber Holz", sagt Demel. Der Rest - eben rund 1600 Tonnen - besteht zum größten Teil aus Kunststoff, mitunter aber auch aus Metall.

Im vergangenen Jahr fischten Demels Mitarbeiter etwa mehrere robuste Safes aus dem Wasser. "Da war aber nichts mehr drinnen, die waren aufgebrochen." Im Speichersee der weststeirischen Langmannsperre tauchte einmal sogar ein ganzes Auto auf, das dort offenbar nächtens von seinem Besitzer still und heimlich entsorgt wurde.

Fluss als Deponie

Über die Jahre hält sich die Müllmenge in den steirischen Flüssen etwa konstant. Besonders viel fällt naturgemäß bei jenen Kraftwerken an, die unterhalb von Städten liegen. "Es gibt eben immer noch viele Leute, die glauben, ein Fluss ist eine günstige Entsorgungseinrichtung", sagt Demel.

GÜNTER PILCH

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