Reininghaus-Investor: "Wir ziehen das durch"
Platzt Reininghaus ein zweites Mal? Nein, versichert der Investor. Auch wenn es "Dinge zu lösen gibt". Etwa den Kaufpreis von 130 Millionen.

Foto © ScheriauDie Reininghausgründe in Graz
Es wird wieder geflüstert im Rathaus: Der Reininghaus-Deal stehe erneut an der Kippe; Investor Douglas Fernando wolle ein erstes Quartier ohne einengenden Rahmenplan bauen; wenn ihm Bürgermeister Siegfried Nagl das nicht erlaube, werde Fernando den Kaufvertrag für die 54 Hektar nie unterzeichnen - und der Traum vom neuen Stadtteil zerplatzt.
Auf solche Gerüchte angesprochen, reagiert Douglas Fernando freundlich, aber bestimmt: "Ja, es gibt Dinge, die wir alle gemeinsam zu lösen haben. Aber wir stehen zu unserem Wort und ziehen das Projekt durch." Und, für alle deutlich: "Reininghaus ist nicht in Gefahr."
Ein Ding, das es zu lösen gilt, ist der Kaufpreis: War bisher von rund 90 Millionen Euro die Rede, die Fernando an Noch-Eigentümer Ernst Scholdan überweist, sind es nun plötzlich 130 Millionen Euro. Der Grund: Bisher nicht eingerechnete 30 bis 40 Millionen Euro an Steuern treiben den Preis in die Höhe. Fernando: "Die Steuern zahlen wir."
Erstes Quartier steht
Um das zu stemmen, sollen sobald wie möglich Bagger auffahren. Die Planungen für konkrete Bauvorhaben hat Fernando tatsächlich schon vorangetrieben. Ein erster Teil, Q7 genannt, ist bereits fertig. "Das sind rund 30.000 Quadratmeter", so Fernando. Ein zweiter Teil, das Q10, soll mit einem Studentenheim bebaut werden; auch hier sei man schon sehr weit. Also vom Aus für das Projekt könne keine Rede sein. "Wir bauen ja kein Einfamilienhaus, hier braucht es Geduld."
Die KPÖ warnt, die Stadt dürfe sich vom privaten Investor nicht unter Druck setzen lassen. Auch die SPÖ verlangt, dass der Rahmenplan nicht aufgeschnürt wird. Und Nagl-Sprecher Thomas Rajakovics sagt: "Zuerst muss gekauft werden, dann können wir weiterverhandeln."
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Chronologie
Ernst Scholdan hat die Reininghausgründe 2005 gekauft. Auf den 54 Hektar sollte ein neuer Stadtteil entstehen. 2009 musste er wieder verkaufen.
Trotz Verhandlungen mit der Stadt machte Investor Fernando das Rennen - wenngleich bis heute nichts unterschrieben ist.














