Per Post um die halbe Welt
Der gebürtige Grazer Wolfgang Baier steht der Post Singapur vor.

Foto © PrivatWolfgang Baier (36) stellt sich in Singapur dem "E-Zeitalter"
Die Herausforderung könnte größer nicht sein: Jahrhundertelang brachten Kutschen, Züge und seit ein paar Jahrzehnten auch Lkw geschäftliche Schreiben, geheime Nachrichten und so manchen Liebesbrief vom Absender zum Empfänger. Seitdem allerdings das Internet auch den letzten Winkel dieser Erde erobert hat, bringt meist die elektronische Post - und das oft mehrmals täglich - jedem was.
Wie die Post Singapur in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bestehen kann, darum kümmert sich nun der gebürtige Grazer Wolfgang Baier. Gemeinsam mit Hin Ng ist er neuer Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. "Das ist gerade das spannende Element", meint er dazu. "Weltweit müssen sich die Postbetreiber in den nächsten fünf bis zehn Jahren völlig neu positionieren." Zu den Aufgaben des studierten Betriebswirts und Juristen zählen daher auch die Neugestaltung der Postämter, das E-Commerce-Geschäft, die Kooperation mit den Auslandstöchtern in China, Indien, Japan oder Australien sowie der Logistikbereich. Über diesen ist Baier auch zur Post Singapur gestoßen: "Ich bin vor sieben Jahren im Rahmen eines weltweiten Rotationsprogrammes meiner damaligen Firma McKinsey & Company nach Asien gekommen", erzählt der zweifache Familienvater. Die Post Singapur war einer der Kunden, für die er sich um den Logistikbereich kümmerte. Das Land habe ihm und seiner Frau so gut gefallen, dass sie schließlich dort geblieben sind. "Singapur ist sicher, man kann hier gut essen, hat viele sportliche Möglichkeiten und es liegt im Herzen Asiens."
Fernweh hatte der 36-Jährige schon früher: "Ich habe in Graz, Wien und Exeter studiert." Das Studium in England war besonders prägend: Er wurde auf andere Blickwinkel aufmerksam und knüpfte internationale Kontakte.
Ob er jemals wieder ganz nach Österreich zurückkehrt, wird die Zukunft weisen. "Wir versuchen aber unseren Kinder steirische Werte wie Kernöl mitzugeben", sagt er und lächelt.














