Bettelverbot: Feuerprobe vor Kirchen
Pfarren rechnen am Sonntag mit einer Rückkehr der Bettler. Laut Polizei wird es keine Aktion scharf geben. Bei Anzeigen schreitet die Exekutive freilich ein: auch auf Kirchengrund.

Foto © Fuchs
Fünf Anzeigen und fünf Abmahnungen. So lautet die erste Bilanz der Grazer Polizei seit Inkrafttreten des verschärften Bettelverbots am vergangenen Dienstag. "Es waren kaum Bettler zu sehen", sind sich Polizisten und Pfarrer einig.
Sonntagsmessen
Gespannt sind beide Seiten, was am Sonntag vor und nach den Sonntagsmessen passieren wird. Zur Erinnerung: Laut Verfassungsexperten gilt das Bettelverbot auch auf Kirchengrund, solange dieser für jedermann zugänglich ist. Die Juristen der Diözese Graz Seckau und der evangelischen Superintendentur sind anderer Ansicht. Tenor: Zumindest dort, wo Zäune, Mauern und dergleichen Kirchengrund begrenzen, ist Betteln gestattet.
Armenpfarrer Wolfgang Pucher, von der FPÖ nach der Protestbettelaktion angezeigt, rechnet am Sonntag mit einer Rückkehr der Bettler. Probleme mit der Polizei erwartet er nicht, zumal sie bisher "sehr menschlich" agiert habe. Polizeidirektor Alexander Gaisch wiederum meint, dass es "keine spezielle Vorgehensweise am Sonntag gibt." Gezielt suchen werde man die Bettler nicht. Bei Anzeigen schreitet die Exekutive freilich ein: auch auf Kirchengrund.

















