Causa Kasic: "Der Rücktritt ist überfällig"
VP-Mandatar lebt gut von der Politik: Land, Wirtschaftskammer und Partei sind neben dem Glücksspielkonzern Novomatic die Hauptinserenten in seinem Bezirksblatt.

Foto © KanizajWolfgang Kasic: Die ÖVP unterstützt ihn
Für die KPÖ mit Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler ist der Rücktritt des ÖVP-Chefverhandlers des Glücksspielgesetzes, Wolfgang Kasic, wegen seiner wirtschaftlichen Nahebeziehung zum Glücksspielbetreiber Novomatic "überfällig". Die KPÖ hatte die Klagen von Spielsüchtigen unterstützt. Es kam nie zu einem Urteil. Die Novomatic finanzierte immer einen Vergleich.
Die Grüne Landtagsabgeordnete Sabine Jungwirth, Sprecherin der Grünen Wirtschaft, wandte sich an Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk und verlangte, dass das verschwundene Gutachten, wonach bestimmte Automaten eindeutig gesetzwidrig sind, vorgelegt wird. "Es hat den Anschein, dass Herr Kasic nicht die Interessen aller Mitglieder seiner Fachgruppe vertreten und sich zudem möglicherweise persönliche Vorteile verschafft hat", so Jungwirth. Kasic solle seine Wirtschaftskammerfunktionen zurücklegen.
Der Grüne Lambert Schönleitner forderte ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer und Landtagspräsident Manfred Wegscheider auf, Position zu beziehen und stellte einen Untersuchungsausschuss in den Raum. Für SPÖ-Klubchef Walter Kröpfl ist die Causa Kasic eine "unangenehme Geschichte", die die ÖVP aber selbst bereinigen müsse. Handelte es sich um einen Mandatar seiner Fraktion, würde er ihm "nahelegen, seine Rolle zu überdenken".
Für ÖVP-Klubchef Christopher Drexler ist Kasic ein "guter Abgeordneter", von dem er nie den Eindruck hatte, dass ihm "ein gedungener Lobbyist" gegenübersitze. Er sehe daher keinen Anlass für einen Rücktritt.
Die wirtschaftlichen Beziehungen von Kasics "Bezirksrevue" zu Land und Partei sind eng. Der "Kleinen Zeitung" liegen 38 Ausgaben des Blattes seit Beginn 2007 vor. Größter Inserent ist die Novomatic bzw. ihre Tochter, die Admiral, mit Inseraten im Ausmaß von insgesamt 35 Seiten. Gleich dahinter rangiert das Umfeld der Wirtschaftskammer mit rund 24 Seiten, dahinter das Land Steiermark (die Ressorts Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft) mit rund 18 Seiten. Dazu kommen die ÖVP selbst mit rund sieben sowie Landesgesellschaften mit rund acht Seiten.














