Jeder kann der Nächste sein
Am gestrigen Tag der Arbeitslosen machten 15 Sozial- und Kulturinitiativen in der Grazer Innenstadt auf das Thema Arbeitslosigkeit aufmerksam.
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Intelligenz 14, Fleiß 8, Auftreten 8 und dazu ein bisschen Pech beim Würfeln bedeutet: am Jobmarkt nicht vermittelbar, zurück an den Start. Im Live-Rollenspiel "Der Traum von der Insel", das gestern als Teil des Programms zum Tag der Arbeitslosen in Graz gespielt werden konnte, gibt es aber immer eine zweite Chance. Hier kann man jedes Mal aufs Neue versuchen, sich seinen persönlichen Lebenstraum zu verwirklichen. Anders als im wirklichen Leben.
Tabuthema
"Erwerbsarbeitslosigkeit wird noch immer tabuisiert", macht Anita Hofer, eine der Organisatorinnen der Veranstaltung unter dem Titel "work.less.power", auf deren Hintergrund aufmerksam. Von dem Erwerbsarbeitslosenstammtisch Amsel über das autonome Kochkollektiv VolXküche bis hin zum Projekt Interact und dem Netzwerk steirischer Beschäftigungsbetriebe (BBS) vernetzten sich heuer erstmals 15 Organisationen, um das Thema im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. "Schule, Uni, arbeitslos - es kann jeden treffen", wurde beispielsweise beim "Stempeln" an der Hauptbrücke auf Stoffstücke gedruckt. Die Klanginstallation des "Rechts auf Faulheit" von Paul Lafargue (gelesen von Anita Hofer) irritierte am roten Sofa im Landhaushof und am Hauptplatz lud das BBS beim "Blobbing" zum symbolischen Sprung in den Arbeitsmarkt. Auch BBS-Obmann Gerd Kronheim, der bereits 1987 an der Organisation des ersten Tags der Arbeitslosen beteiligt war, wagte das Abenteuer. Nicht ohne Hintergrund. "Die Menschen, die bei uns in Beschäftigungsprojekten arbeiten, sind oft genau in dieser Situation. Vor allem mit schlechter Grundausbildung fühlen sie sich fremdbestimmt und brauchen den Anstoß von außen, um nach oben zu kommen."
Aufmerksamkeit erregte die Aktion allemal. Ebenso wie das Heer der Arbeitslosen von Inter-act, das gestern bereits zum vierten Mal antrat und seine "Parolen" lautstark verkündete, die im Vorfeld gemeinsam mit Betroffenen erarbeitet worden waren. "Jeder kann der Nächste sein", war auf einem Transparent zu lesen. Denn eines war den Organisatoren besonders wichtig. "Es geht nicht nur um Arbeitslosigkeit an sich, sondern um den Wert, den Arbeit in unserer Gesellschaft hat."


















