Das Match um den 1. Mai
Die Arbeiterparteien liefern sich ein Duell am kommenden Sonntag, wer mehr Menschen mobilisiert. Erstmals könnten die Kommunisten siegen - dank des Sparpakets.
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Was macht der oberste Gewerkschafter des Landes am 1. Mai, dem Tag der Arbeit? "Ich genieße den Tag zu Hause bei meiner Familie", sagt Horst Schachner trocken. Und der traditionelle Aufmarsch der SPÖ, die Machtdemonstration der Arbeiterpartei am Hauptplatz? "Heuer nicht."
Und Horst Schachner wird nicht der Einzige sein, der dem Aufruf von Neoparteichef Edmund Müller nicht folgen wird. Zahlreiche Genossen fürchten, dass die Kulisse am Hauptplatz verdammt schütter ausfallen wird - und dass sie heuer erstmals von den Kommunisten überflügelt werden.
Hintergrund: Das Sparpaket des Landes entzweit die SPÖ; die Gewerkschaft ist sauer auf die Landesspitze - und ausbaden muss es Edmund Müller. Dabei sei es die Gewerkschaft gewesen, die ursprünglich auf die Kundgebung gedrängt habe, so Müller. "Sie haben ihre Mobilisierung zugesagt. Das war aber natürlich, bevor das Sparpaket in der Form bekannt war. Aber bitte: Ich hab das Paket ja nicht gemacht."
Müller erzählt von seinen Versuchen, zu vermitteln - die aber gescheitert seien. "Ich hätte mir gewünscht, dass sowohl jemand von der Gewerkschaft eine Rede hält als auch Landeshauptmann Franz Voves. Man muss ja das Gespräch miteinander führen."
Voves wird nicht sprechen, er wird am 1. Mai wohl nicht einmal nach Graz kommen, um sich Pfiffen aus den eigenen Reihen zu entziehen. Und Gewerkschaftsboss Schachner? "Würde ich sprechen, würde ich wohl wegen parteischädigendem Verhalten ausgeschlossen werden."
Auf der Rednerliste stehen daher nur Stadtparteichef Müller selbst und Sozialstadträtin Martina Schröck.
"Plattform 25" mit KPÖ
Unterdessen reiben sich die Kommunisten schon die Hände. War es bisher immer eine überschaubare Anzahl an Menschen, die sich beim KPÖ-Aufmarsch beteiligte, hoffen die Kommunisten heuer auf mehr. Vor allem die Unterstützung der Protestbewegung "Plattform 25" könnte ihnen tatsächlich einen Mobilisierungsschub bescheren. Neben Landtagsabgeordnetem Werner Murgg werden am Eisernen Tor nämlich auch die beiden Sprecher der Plattform 25, Yvonne Seidler und Gerhard Zückert, eine Rede halten.
Georg Fuchs aus der KPÖ-Landespartei stapelt noch tief: "Kann sein, dass wir heuer etwas mehr Menschen sind. Aber die Leute haben schon bisher viel demonstriert - mal abwarten, wie viele davon auch am 1. Mai noch Lust dazu haben."


















