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Zuletzt aktualisiert: 27.04.2011 um 12:31 UhrKommentare

Pilotprojekt soll Grazer Straßen staufrei machen

In einem Pilotprojekt unter Leitung des Austrian Institute of Technology (AIT) und des Elektronikkonzerns IBM sollen nun mit Hilfe von Sensoren und Modellrechnungen das Verkehrsaufkommen analysiert, Staus vorhergesagt und damit auch vermieden werden.

Staus in Graz sollten vermieden werden

Foto © EderStaus in Graz sollten vermieden werden

Städte wachsen, der Verkehr nimmt zu - und damit auch die Häufigkeit von Staus und die Belastung durch Kohlendioxid (CO2). In einem Pilotprojekt in Graz unter Leitung des Austrian Institute of Technology (AIT) und des Elektronikkonzerns IBM sollen nun mit Hilfe von Sensoren und Modellrechnungen das Verkehrsaufkommen analysiert, Staus vorhergesagt und damit auch vermieden werden. Das EU-Projekt, das von einem Konsortium aus drei Ländern eingereicht wurde, könnte schon im Herbst beginnen; noch steht aber die endgültige Genehmigung aus. Zweite Pilotstadt soll das schottische Glasgow sein.

Verkehrsmanagement

Ab Donnerstag zeigen IBM und AIT ihr Projekt für "smartes" Verkehrsmanagement in einer Ausstellung. IBM präsentiert dort noch weitere Projekte aus dem Bereich "Smarter Cities", in denen intelligente Technologien in Verkehr, Energie und Verwaltung eingesetzt werden. Die Schau soll etwa sechs Monate zu sehen sein, so Michael Schramm, der bei IBM für den Bereich "Smarter Cities" verantwortlich ist, zur APA. Das EU-Projekt zur Verkehrsanalyse soll zunächst an zehn Ampelkreuzungen in Graz zum Einsatz kommen. Nach einem Jahr soll es dann laut Schramm so weit aufgesetzt sein, dass es ausgeweitet werden kann.

AIT übernimmt bei dem Projekt die Rolle des Vermessers: Es liefert spezielle Datensensoren, die den Verkehrszustand (Geschwindigkeit, Abstand der Autos etc.) in Echtzeit aufzeichnen. Die Sensoren speichern dank direkt am Sensorchip integrierter intelligenter Vorverarbeitung allerdings nur die bewegten Fahrzeuge, und zwar mit bis zu 1.000 Bildern pro Sekunde. Unwesentliche Information wie der Hintergrund werden automatisch ausgeblendet, die Erhaltung der Privatsphäre ist laut AIT dadurch gewährleistet, dass keine Bilder und somit auch keine Nummerntafeln etc. zu sehen sind.

Diese Daten können dazu genutzt werden, dass drohende Staus 30 bis 60 Minuten vor deren Entstehen vorhergesagt werden und dadurch "signifikant verringert werden" können, erklärte Schramm. IBM übernimmt dabei die Prognosen: Basis sind die aktuellen Verkehrsdaten sowie andere Daten, die den Verkehr beeinflussen (Wetter, Arbeits-oder Feiertag etc.). Unter Berücksichtigung von Modellen zum Verkehrsfluss kann so vorhergesehen werden, wo und wann es zu Problemen im Verkehrsfluss kommen wird. Die Autofahrer können dann bereits vor Entstehen des Staus dazu aufgefordert werden, eine andere Route zu nehmen. In Singapur sei das Modell bereits im Rahmen eines größeren Projekts erfolgreich getestet worden.


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