Im Stift Rein trügt der Schein
Das älteste Zisterzienserstift der Welt - nördlich von Graz gelegen - ist derzeit Baustelle: Fresken, Altäre, Sockel werden konserviert, um sie auch für die Nachwelt zu erhalten. Doch die finanzielle Bürde ist groß. Darum bitten die Mönche um Spenden.

Foto © Gernot EderDas Stift Rein ist das älteste Zisterzienserstift der Welt
Rechtzeitig zum Osterfest erstrahlt der Sebastiansaltar in der Basilika des Stiftes Rein wieder im neuen alten Glanz: "Schmutz und Ruß wurden entfernt. Der barocke Firnis ist aber noch da", berichtet Baukoordinator Pater August Janisch. Seit Beginn der Restaurierungsarbeiten vor rund einem Jahr wurden zwei Gewölbebögen, Ziergitter sowie einige Engelsfiguren konserviert. "Das heißt, man erhält, was da ist. Fehlende Teile von Fresken etwa werden nicht mehr erneuert." Notwendig geworden sind die Arbeiten im ältesten Zisterzienserkloster der Welt, nachdem eine Studie im Jahr 2004 den schlechten Zustand des Stiftes nördlich von Graz diagnostiziert hatte. "Der Schein trügt. Die Risse bemerkt man erst, wenn man sich die Fresken, Altäre oder Engel aus der Nähe ansieht", weiß Pater August. Viele von ihnen wurden seit 1766 nicht mehr renoviert. 2,5 Millionen werden die Arbeiten an der Basilika das Stift kosten. Vergangenes Jahr wurde eine halbe Million in die Basilika investiert, heuer wird es ungefähr gleich viel sein. "Da wir als Kloster nur begrenzt Mittel haben, sind wir auf Spender angewiesen", erzählt der Baukoordinator. Daher versuchen die Mönche auch über Spenden, Benefizkonzerte (siehe Bericht unten) oder Engelpatenschaften - sie kosten 500 bis 2500 Euro - die Renovierung zu finanzieren.
Bereits abgeschlossen sind die Notmaßnahmen wie Wurmbekämpfung und Behebung der gröbsten Schäden im Sommerchor sowie die Wiederherstellung der sogenannten Historischen Säle. Dienten sie früher als Repräsentationsräume, werden sie heute für Hochzeiten, Konzerte oder Kongresse genutzt. "Wir haben uns eine besondere Lösung einfallen lassen, damit die Säle auch barrierefrei sind", erzählt Frater Martin. Die Erlöse kommen auch dem Konvent zugute. Fertig ist auch die Marienkapelle, in der 2006 die Gebeine des ältesten Steirers, Markgraf Leopold, gefunden wurden. Diese und vieles mehr können täglich bei den Führungen unter dem Motto "Ein Stück vom Himmel" bestaunt werden.

















