Gondelplan im Reißwolf
Heftige Kritik von Eigentümerseite fasst Murgondel-Motor und Holding-Vorstand Malik aus. "Peinlich" und unrentabel, schimpft Rücker (Grüne).

Foto © MONTAGE: STEIERMARK TOURISMUS, REUTERS Eine Murgondel für Graz: Die charmante Idee sorgt nun für Krach in der Chefetage
Eine Seilbahn von Weinzödl bis Puntigam. Keinen Stau vor Augen, aber die Mur zu Füßen. Das verspricht die Murgondel, Steckenpferd des Holding-Graz-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Malik. Geschätzte Kosten: 60 Millionen Euro. Doch nun dürfte sich der sonst so clevere Manager vergaloppiert haben. Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (Grüne) ist stocksauer, da Malik von Fortschritten spricht, die es aus ihrer Sicht nicht gibt. Sie erklärt das Projekt für unrentabel und unwichtig. Sogar von Konsequenzen für den Vorstand ist die Rede, sollte der nicht tun, was der Eigentümer fordert.
Die Murgondel war zuletzt Thema im Holding-Aufsichtsrat, wo Bürgermeister Siegfried Nagl Vorsitzender und Rücker Vize ist. Mitglieder berichten von einer bescheidenen Präsentation. "Lächerlich" und "peinlich" nennt Rücker die gezeigten Projektunterlagen. Hintergrund: Die Murgondel wurde als Alternative zu Bus und Tram verkauft. Ein heikles Thema, wo Graz doch neue Tramways um 100 Millionen Euro bestellt hat und seine Busflotte aufrüstet. Dass eine "Taskforce" das Gondelprojekt vorantreiben soll, stieß ebenso auf wenig Gegenliebe. "Wir brauchen die Fachleute für Wichtigeres. Für den Masterplan im öffentlichen Verkehr, für Kapazitätserweiterungen, für Linien", so Rücker. Die Murgondel hingegen "ist unternehmerisch nicht darstellbar." Sollte Malik das nicht einsehen, dann "kann er gerne in die Politik gehen".
















