Alimente nicht gezahlt: Neun Monate Haft für Grazer
Grazer hat drei Kinder mit drei verschiedenen Frauen, 50.000 Euro ist er an Unterhalt schuldig geblieben. Jetzt geht er neun Monate sitzen.

Foto © Fuchs/Sujet
Der 40-jährige Grazer hat in der Südsteiermark Spuren hinterlassen. In drei benachbarten Gemeinden hat er mit drei Frauen drei Kinder im Alter von sieben bis 15. Er ist angeklagt, weil er aktuell ungefähr 14.000 Euro Alimente schuldig geblieben ist. Insgesamt hat er rund 50.000 Euro Rückstand.
"Makler in Ausbildung", antwortet er auf die Frage nach seinem Beruf. Zuvor war er "Eisenleger".
Wie viel er verdient und wovon er lebt, kann er Richter Erik Nauta ganz genau sagen: "Nix!"
"Noch keine Provision?" - "Nein." - "Sind Sie kein besonders guter Makler?" - ". . ."
Aber von irgendetwas lebt jeder Mensch. "Ich habe eine Freundin gefunden. Das ist mein Glück." Aufpassen!
Da fällt ihm doch noch ein, dass er als Zeitungsausträger auch schon 700 Euro verdient hat. Alimente hat er bisher aber "noch nicht" bezahlt. Schließlich ist er erst ein Jahr draußen. Viermal ist er schon wegen der Alimente verurteilt worden, zuletzt saß er zwei und dann drei Monate.
"Das schaut nicht gut aus", gibt der Richter zu bedenken. "Ein Geständnis wäre gut." - "Ja, natürlich!" - "Sie sehen gesund und kräftig aus, Sie können arbeiten."
Wie kommt er bloß zu seinem Teint? Solariumsbesuche in fast Petznerscher Frequenz? Dauerurlaub? Intensive Schwarzarbeit an der frischen Luft? Wie auch immer: "Ihr Delikt geht zulasten der Allgemeinheit, die Ihre Kinder versorgen muss", erklärt der Richter und verhängt neun Monate Haft. "Ich hab' eh g'rechnet g'habt damit." Na dann.
5000 Euro hat Papa dem Jugendamt für die nächsten sechs Monate versprochen. Beeindruckend, aber damit baut er genau 920 Euro Rückstand ab. Den Rest ist er ohnehin für laufenden Unterhalt schuldig.
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