Für die Verhaftung mit Motorsäge Tür geknackt
Zwei Dealer einer international agierenden Tätergruppe, die im Großraum Graz einen Heroinhandel aufgezogen hatten, wurden am Freitag festgenommen. Drogen im Wert von 33.000 Euro konnten von den Kriminalisten sichergestellt werden.

Foto © LKA SteiermarkDas sichergestellte Suchtgift
Gegen die türkisch-kurdische Bande, die in Italien auf Drogen- und auch Menschenhandel spezialisiert ist, ermitteln die italienischen Behörden schon seit Längerem. Jetzt konnten zwei Bandenmitglieder dingfest gemacht werden - allerdings nicht in Italien, sondern in Graz und Wien, wo einige von ihnen eine "Filiale" eröffnet hatten.
"Bei uns ging es allerdings ausschließlich um Drogenhandel", berichtet eine Ermittlerin des Landeskriminalamtes. Und das im großen Stil: Von Juli bis November des Vorjahres soll der in Graz wohnhafte Haupttäter (24) Heroin im Wert von rund 80.000 Euro an den Mann gebracht haben. "Vor allem im Straßenverkauf rund um das Elisabethinerkrankenhaus und in der Idlhofgasse", weiß die Kriminalistin.
Die Abnehmer kamen aus allen sozialen Schichten, waren aber vor allem langjährige Süchtige. 30 Stammkunden konnten bereits ausgeforscht werden, es gab aber auch noch zahlreiche sogenannte Laufkunden.
Hinweise aus der Drogenszene hatten die Ermittlungen der Polizei ins Laufen gebracht, die mehrere Monate dauerten. Die Verhaftung des Haupttäters war dann äußerst spektakulär: Da der Kurde als gewalttätig gilt und zu befürchten war, dass er Waffen zu Hause hat, wurde die Cobra zur Verstärkung gerufen. Mit einer Motorsäge schnitt ein Beamter die Haustür der Parterrewohnung in der Grazer Arndtgasse auf. Dann ging es Schlag auf Schlag: Der Kurde wurde in der Toilette überwältigt, wo er gerade versuchte, Heroin im Wert von 33.000 Euro in den Kanal zu entsorgen. Doch die Polizisten waren schneller, das Beweismaterial wurde sichergestellt.
In Wien gefasst
Ein 19-jähriger Kurde wurde wenig später in Wien gefasst, als er gerade Drogennachschub besorgen wollte. Nach einem dritten Täter, der wie auch der 19-Jährige als Drogenlieferant für die Kunden gearbeitet hatte, wird derzeit noch gefahndet.
Das Trio war im Sommer des Vorjahres nach Österreich gekommen, aus Italien, wo alle drei als Asylanten registriert waren. Mittlerweile sitzen die beiden Verhafteten in der Justizanstalt Graz-Jakomini in Untersuchungshaft.

















