Kindergärten: Das kommt auf Graz zu
Nach Aus für Gratiskindergarten: Zahl der Anmeldungen in Graz ist gesunken - dafür ist der Ärger bei der Stadt angesichts des teuren Mehraufwandes gestiegen.

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Mit Spannung wurden die jüngsten Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2011/2012 erwartet - immerhin handelt es sich um die erste Saison nach der spektakulären Abschaffung des Gratiskindergartens. Der ja zuvor spektakulär eingeführt worden war.
Nun, nach Ablauf der Meldefrist, liegt das Grazer Ergebnis vor - und lässt viele im Rathaus ein wenig ratlos zurück: Denn für die Stadt spielt es kalt-warm.
So ist insgesamt die Zahl der Anmeldungen bei den städtischen Kindergärten tatsächlich gesunken - von 5576 im Vorjahr auf nunmehr 5259 Meldungen. Und das trotz der Tatsache, dass die Anzahl der infrage kommenden Kinder mit Hauptwohnsitz gestiegen ist.
Mehr Neuanmeldungen
Doch jene, die ein "Haben wir es doch geahnt!" auf den Lippen haben, bremst man im Büro von Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg ein: Denn zugleich kann man bei den reinen Neuanmeldungen einen Zuwachs verzeichnen - von 2355 auf 2845.
Im Büro Eisel-Eiselsberg zieht man jedenfalls folgende Schlüsse: Die gestiegenen Neuanmeldungen dürften mit geburtenstarken Jahrgängen zu tun haben - die aber dennoch die Abgänge in Richtung Schule nicht kompensieren können.
Die wichtigere und grundsätzlichere Schlussfolgerung aber lautet: Das Aus für den Gratiskindergarten habe in Graz zu keinem dramatischen Rückgang der Anmeldungen geführt. Genau das hat man auch erwartet: Immerhin habe umgekehrt die Einführung des kostenlosen Kindergartens auch keinen dramatischen Ansturm ausgelöst. Und außerdem dürfte das neue Beitragsmodell im Schnitt für Grazer Eltern nicht teurer sein als das "alte" und ebenfalls gestaffelte Tarifsystem - vielfach kommen Familien sogar billiger davon.
Ärger über Mehraufwand
Mag also insgesamt die Zahl der Anmeldungen gesunken sein, definitiv gestiegen ist der Ärger im Rathaus selbst - bei Stadtrat Eisel-Eiselsberg, aber auch beim Amt für Jugend und Familie. Letzteres präsentierte kürzlich im Stadtsenat eine Stellungnahme, die dem Vernehmen nach "gesalzen" ausfiel: So sei das Aus für den Gratiskindergarten "fachlich-inhaltlich" nicht nachvollziehbar und stehe auch im "eklatanten Widerspruch" zum österreichweit gültigen Bildungsrahmenplan.
Abgesehen davon sei das neue Beitragssystem für die Stadt ein teurer Spaß: Man rechnet mit einem Mehraufwand von 518.000 Euro pro Jahr.
Features
Die Beiträge
Ab Herbst kostet der Kindergarten wieder. Wie viel, hängt von der Höhe des Familiennettoeinkommens ab. Die neue Staffelung gibt's im Internet: www.verwaltung.steiermark.at/cms/beitrag/11404324/50936515
Der Mehraufwand
Im Rathaus rechnet man nun mit einem Mehraufwand für die Stadt von 518.000 Euro im Jahr. Allein für die Zeit September bis Dezember 2011 soll der Mehraufwand 166.000 Euro betragen - Mittel, die nicht budgetiert sind.
Die neuen Plätze
Um den Bedarf abzudecken, nimmt man ab Herbst 26 private Krippengruppen und zwölf Kindergartengruppen in das Tarifsystem der Stadt auf. So schafft man 266 neue Krippen- und 336 neue Kindergartenplätze.

















