Snobe: "Gehe sicher nicht auf Tauchstation"
Für den Landesgeschäftsführer im AMS Steiermark, Karl Heinz Snobe, gilt eine Devise: Er will durchhalten, sagt er, und unbedingt in der Steiermark bleiben.

Foto © Sabine Hoffmann
D er Kernsatz im Bericht zur Überprüfung der Vergabe von Schulungsaufträgen im AMS lautet: Es wurden keine Verletzungen von Richtlinien festgestellt. Wie geht es Ihnen jetzt?
KARL HEINZ SNOBE: Mir geht es deutlich besser. Ohne einen Beistrich ändern zu lassen, ist der Bericht von mir als okay befunden worden. Es gab auch keine unzulässigen Einflussnahmen des Landesgeschäftsführers. Insofern bin ich sehr froh, dass die Entlastung offiziell ist. Und ich gebe sie jetzt offiziell bekannt.
Es ist wohl klar, dass Sie bei einem derart positiven Abschluss keinen Deut ändern.
SNOBE: Es war nicht notwendig.
Welche Auswirkung hat der Bericht auf Ihre Zukunft?
SNOBE: Mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates wird es nach Ostern ein Gespräch geben, wie es überhaupt der Verwaltungsrat sieht. Mir ist klar, dass auch aufgrund der Berichte in der Öffentlichkeit imagemäßig ein Schaden angerichtet wurde. Dazu muss ich stehen, dazu stehe ich auch. Wichtig ist mir, dass bei meinem Vorgehen rechtlich und vergabetechnisch nichts dahinter ist.
Was heißt das? Bleiben Sie in der Steiermark?
SNOBE: In der Steiermark möchte ich jedenfalls bleiben. Ich gehe davon aus, dass ich meinen Dienst antrete, ich ging ja selbst in Urlaub und wurde nicht beurlaubt oder dienstfrei gestellt.
Werden Sie sich im Herbst um eine Verlängerung Ihres Vertrags bewerben?
SNOBE: Das sage ich ganz ehrlich, dass ich das noch nicht weiß. Da hängen ein paar Aspekte davon ab, etwa meine Familie. Das Zweite und genauso Wichtige sind die steirischen Sozialpartner, die ihre Stellungnahme zum Landesgeschäftsführer abgeben. Da werde ich die Gespräche nach Ostern führen.
Sie gehen also nicht auf Tauchstation?
SNOBE: Das habe ich überhaupt nicht vor. Ich fühle mich auch irgendwie als Opfer, es ist nicht angenehm, wenn man beschattet, wenn mit Peilsendern gearbeitet wurde. Ich gehe auch davon aus, dass das Ziel der Aktionen im Umfeld der Konkurrenten um Schulungsaufträge zu finden ist. Da hat es auch gepasst, dass ich derjenige bin, der im Nachtlokal für Publizität sorgt.
Im AMS will Sie wohl niemand abschießen, oder?
SNOBE: Im Gegenteil, so interpretiere ich die Rückmeldungen, der Wunsch ist massiv da, dass ich diese nicht ganz unerfolgreiche AMS-Arbeit einfach weiterführe.
Was sagen Sie dazu: Im Nachtlokal haben Sie 500 Euro verpulvert. Das ist viel Geld für jene, die Arbeitslosengeld beziehen.
SNOBE: Das ist selbstverständlich meint Privatgeld gewesen. Das ist natürlich angesichts derer, die wir im AMS zu betreuen haben, die ganz wenig Einkommen haben, eine unangenehme Geschichte. Wenn ich es aber überschlagsmäßig zusammenrechne, habe ich 2010 etwa die gleiche Summe gespendet.
Es gab Anrufe von Arbeitslosen, die meinten, im AMS müsse es viel Geld geben, wenn sich der Chef so etwas leisten kann. Was würden Sie diesen Menschen sagen?
SNOBE: Ich würde Ihnen sagen, dass ich in einem sehr intensiven Job arbeite, in bestimmten Phasen sieben Tage die Woche. Da ist auch ein entsprechendes Gehalt dahinter, das nicht über Gebühr hoch ist. Von der Seite, wie man sein Geld privat ausgibt, sehe ich kein Problem, das zu erklären.
Wann werden Sie den Dienst wieder antreten?
SNOBE: Ich gehe davon aus, dass das ab Montag der Fall ist.
INTERVIEW: HELLFRIED SEMLER
Features
Zur Person
Karl Heinz Snobe, geboren am 19. Jänner 1964 in St. Andrä.
Studium Jus und Pädagogik, zunächst Freiberufler, dann beim Arbeitsamt Graz.
Seit 1. April 2004 Chef des AMS Steiermark.
Vorwurf, Aufträge für Schulungen an befreundeten Unternehmer vergeben zu haben.
















