Stadtrat besuchte Arche: Mehr Geld gibt es nicht
Für den Lokalaugenschein des zuständigen Grazer Stadtrates Karl-Heinz Herper hatte sich das Grazer Tierheim "Arche Noah" herausgeputzt.

Foto © Fuchs
Nachdem bekannt geworden war, dass sich das Grazer Tierheim nicht an Auflagen halte, es hygienische Mängel geben soll und Insider Kritik an der Heimleiterin formulierten, fand sich jetzt der zuständige Grazer Stadtrat Karl-Heinz Herper zum Lokalaugenschein ein.
Herper besichtigte Zwinger, die glänzten, überquellende Futterschüsseln, frisch überzogene Hundematratzen und mit Stroh vollgestopfte Hundehütten. Im Hintergrund huschten emsige Helfer mit Rechen und Besen umher. Obmann Herbert Oster präsentierte stolz die aktuelle Belegung: "197 Hunde und 185 Katzen", also 43 Hunde und 25 Katzen weniger als noch vor einigen Wochen - eine Folge des Aufnahmestopps.
Wurzel allen Übels
Der Überbestand war als Wurzel allen Übels heftig kritisiert worden. Ebenso Heimleiterin Sonja Lang, die sich gegen Vorwürfe verteidigte. Sie will in Kürze ihren Nachfolger präsentieren - den der Verein schon länger im Auge hat.
Also alles bestens?
Nicht ganz. Arche-Generalsekretär Stefan Moser wies auf bauliche Mängel hin, die dringend renoviert werden müssten, und auch sonst kämpft das Tierheim mit denselben Problemen wie viele andere: Wohin mit heimatlosen Tieren? Und woher das Geld nehmen für Verbesserungen? Dazu brachte Herper keine guten Nachrichten. "Graz hat seit 1999 rund 300.000 Euro in die Arche Noah investiert." Wie alle Budgets wurde heuer auch seines gekürzt. Und so stünde dem Subventionsansuchen über 360.000 Euro sein Budget von 170.000 Euro gegenüber - für den ganzen Gesundheitsbereich! Das ließe keine großen Sprünge zu, bedeute für alle Heime Kürzungen.
Bezüglich der Situation in der Arche Noah legte Herper alle Vorwürfe noch einmal auf den Tisch: "Ich bekomme sie per Anruf, per Mail, manche anonym." Zu viele Tiere, eine überforderte Heimleitung, ungeschultes Personal, zu wenig Schutz der Tiere vor Witterung, mangelhafte Ausstattung der Zwinger. Und die "Einfuhr" von Hunden aus dem Ausland.
Am Montag geht es weiter in der "Causa Arche Noah": Bei einem runden Tisch, bei dem auch der zuständige Amtstierarzt und weitere Behördenvertreter anwesend sein werden. "Dann werden wir Nägel mit Köpfen machen", verspricht der Stadtrat.
















