Fair-Trade: 25 Gemeinden, eine Welt
Mit 25 Fair-Trade-Gemeinden und Graz als erster Fair-Trade-Landeshauptstadt Österreichs belegt die Steiermark bei gerechtem Handel Platz eins.

Foto © MONTAGE NEUHOLD: BILDERBOX/WODICKA, FARITRADE (2), FUCHS (11), REUTERS14 steirische Gemeinden besitzen bereits das Fair-Trade-Zertifikat. Elf neue kommen heute dazu
Um 11 Uhr wird heute in der Grazer Burg elf steirischen Kommunen der Titel "Fair-Trade-Gemeinde" verliehen. Damit gibt es hierzulande 25 solcher Gemeinden - Österreich-Rekord.
Um erstmals den Titel zu erlangen, müssen fünf Kriterien erfüllt werden, weiß Karin Mauser vom Welthaus Graz: Als Erstes muss es ein Bekenntnis der Gemeinde dazu geben. Ein Gemeinderatsbeschluss, der von allen Fraktionen mitgetragen wird, ist erwünscht. In einer Arbeitsgruppe wird dann an der konkreten Umsetzung der Fair-Trade-Idee gearbeitet. Im Anschluss sollen Geschäfte, Gasthäuser oder Kantinen davon überzeugt werden, fair gehandelte Bananen, Kaffee, Schokoladeprodukte, aber auch Rosen anzubieten. Auch Kooperationen mit Vereinen, Betrieben oder Pfarren sind erstrebenswert. "Fünfter und damit letzter Punkt ist die Bewerbung der Idee in der Gemeindezeitung oder bei Veranstaltungen", berichtet Mauser.
Hat die Gemeinde das Gütesiegel einmal in der Tasche, wird sie alle zwei Jahre von Fair Trade Österreich überprüft. Werden die Auflagen nicht erfüllt, kann der Titel auch aberkannt werden. Betreut werden die steirischen Kommunen bei ihren Fair-TradePlänen vom Welthaus der Diözese Graz-Seckau und der Agentur Südwind. Finanziell unterstützt wird die Zertifizierung des gerechten Handels mit Obst, Kaffee und Blumen vom Land Steiermark.
Noch nicht ausgeschöpft
Fair-Trade bedeutet aber auch Weiterentwicklung: So sorgte Graz zwar im September 2010 als erste Fair-Trade-Hauptstadt Österreichs für Furore. Der Rahmen für gerechten Handel ist damit aber noch längst nicht ausgeschöpft: So gibt es noch an vielen öffentlichen Plätzen keine Kaffeeautomaten mit Fair-Trade-Kaffee. Und auch im Bereich Gastronomie und Tourismus will die Fair-Trade-Arbeitsgruppe noch den einen oder anderen Betrieb an Bord holen. Dem Konsumenten will man den Weg durch den Einkaufsdschungel mittels digitalem Führer zum Herunterladen künftig im doppelten Sinn schmackhaft machen.
Ja, und dann wären da noch die Vorurteile: "Wir führen immer wieder Verkostungen durch", erzählt Mandy Schiborr von Südwind Steiermark. "Viele Menschen glauben nämlich, dass Fair-Trade-Kaffee nicht gut schmeckt. Doch das stimmt dank neuer Röstungen schon lange nicht mehr." Auch bezüglich Preis würden viele Konsumenten glauben, Fair Trade sei nicht leistbar: "Vergleicht man jedoch den Kilopreis von Kaffee in Kapselform und fair gehandeltem, kommt man schnell drauf, dass der Fair-Trade-Kaffee deutlich billiger ist."
Doch ob Kaffee, Bananen, Schokolade oder Rosen - Karin Mauser hofft: "Die Welt soll einfach ein kleines Stückchen besser werden."
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Seit 2008 sind bereits Altaussee, Bad Aussee, Bad Mitterndorf, Gleisdorf, Grundlsee, Feldbach, Fürstenfeld, Lieboch, Liezen, Mürzzuschlag, Pichl-Kainisch, Ottendorf, Tauplitz und Weiz Fair-Trade-Gemeinden. Heute kommen elf neue Gemeinden dazu (siehe Info-Grafik oben).
Infos: www.fairtrade.at

















