Neuer Busen aus dem Landesspital
Das im Geschäft mit der Schönheit boomt. Die Landesspitäler wollen künftig auch mitschneiden. Nun liegen die Angebote und Preise vor. Die Einnahmen sollen letztlich dem Steuerzahler zugute kommen.

Foto © © Schulz-Design - Fotolia.comZur Brust-OP ins Landeskrankehaus
Weniger Betten, weniger Standorte: Dennoch hat sich schön geschnitten, wer denkt, das steirische Sparbudget führe nur zu Einschnitten im Spitalsbereich. Denn ab 1. April, kein Scherz, soll an Landeskrankenhäusern das Angebot spürbar erweitert werden. Stationär sowie in Tageskliniken bietet man dann die ganze Palette an Schönheitsoperationen an. Das medizinische Personal dafür ist vorhanden, der Bedarf gegeben. Daher sticht man quasi in den Markt hinein, so der Tenor aus der Spitalsgesellschaft Kages. Die Einnahmen kommen letztlich dem Steuerzahler zugute, heißt es bei Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder. Zumal das Land der größte Zahler im Spitalsbereich ist.
Von A wie Augenbrauenlifting über L wie Lipofilling (vulgo "Aufspritzen") bis S wie Stirnlifting: Einen kompletten Katalog haben Ärzte, Spitalsmanagement und Beamte in Verordnungen gegossen. Die Eingriffe sind, weil "aus rein subjektiven Gründen und auf ausdrücklichen Wunsch der Patienten", aus eigener Tasche zu berappen. Für die kleine Fettabsaugung (bis zu 300 Kubikzentimeter) fallen zum Beispiel 1470 Euro an (Tagesklinik; keine Sonderklasse).
Im Vergleich zu den allgemein zugänglichen Preistabellen für Schönheitsoperationen bewegen sich die Tarife der Landesspitäler meist im unteren Bereich. 5000 Euro werden etwa als Richtlinie für das Oberschenkellifting genannt. Bei der Kages wird es um 4110 Euro angeboten.
Die schönen Steirer noch ansehnlicher machen grundsätzlich die Fachabteilungen aller Häuser, heißt es bei der Kages. Bei Leistungen der plastischen Chirurgie wäre das vor allem die Uni-Klinik für Chirurgie am LKH Graz. Eben dort, wo häufig über Personal- und Platzmangel geklagt wird.
Features
Zusatzleistungen
Schon bisher boten die Kages-Häuser vereinzelt Zusatzleistungen an: etwa Ohrenanlegen einseitig um 806 Euro (2010).
Künftig wird die Schönheits-OP-Palette angeboten: vom Kopf bis zum Oberschenkel. Das ist gut fürs marode Spitalsbudget.


















