Reh lebt auf Grundstück: Veterinäramt ermittelt
2006 fand Erwin Gutjahr ein verletztes Rehkitz. Seither lebt es auf seinem Grund mitten in Wetzelsdorf. Nach einer Anzeige prüft nun die Behörde.

Foto © Hoffamnn Artgerecht? Erwin Gutjahr mit seinem "Maxl". Das Reh lebt auf Gutjahrs Grundstück in Wetzelsdorf
Erwin Gutjahr versteht die Welt nicht mehr: Seit fünf Jahren kümmert er sich um seinen "Maxl", ein Reh, das er seinerzeit verletzt gefunden hat. Er hält es auf seinem Grundstück mitten in Wetzelsdorf - "und es geht ihm bei mir gut."
Dass Gutjahr dies so betont, hat einen Grund: Wegen einer Anzeige ermittelt das Veterinäramt. Es besteht der Verdacht, dass Gutjahr gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Vielleicht muss er den "Maxl" sogar hergeben.
Eines Abends fand Gutjahr das verletzte Kitz. Zunächst ließ er es liegen, "weil ich gehofft hab', dass es die Mutter holt. Aber es blieb liegen, voll mit Zecken." Also habe er das Reh mitgenommen und aufgepäppelt. "Ich hab' sogar neben dem Tier geschlafen und ihm ständig Fressen gegeben."
Seither lebt das Reh in Wetzelsdorf. Gutjahr wohnt zwar in Lannach, "aber jeden Tag ist wer beim Maxl. Entweder ich oder mein Sohn." Er schüttelt den Kopf: "Ich war damals überall, bei der Polizei, beim Tierschutz. Keiner wollte den Maxl haben. Und jetzt kommt die Behörde?!"
Klaus Hejny vom Veterinäramt widerspricht: "Wir haben erst jetzt davon erfahren und sofort ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Herr Gutjahr mag im guten Glauben gehandelt haben, aber er muss sich an das Gesetz halten."
Was nun folgt, ist noch offen. Solche Verfahren enden oft zumindest mit der Aufforderung, das Tier "artgerecht" zu halten. Dass im speziellen Fall "Maxl" ausgewildert wird, schließt man im Veterinäramt aus: "Das Reh wurde leider kastriert. Von daher würde es nicht lange überleben."















