Arzt bittet Patienten um freiwillige Spende
Kurios: Weil er die Dateien am Computer neu archivieren müsse, bittet Grazer Arzt um Spende von 15 Euro. "Ja, das ist sicher ein ungewöhnlicher Weg", gesteht der Frauenarzt der Kleinen Zeitung.

Foto © APA/Sujet
Veronika Karl traute ihren Augen nicht: Als die Salzburgerin kürzlich ein Kuvert öffnete, fand sie ein Schreiben eines Grazer Frauenarztes. Dieser verweist darin auf die nun erforderliche "Archivierung und EDV-Speicherung sämtlicher Akten und Dateien" - und bittet aus diesem Grund um eine freiwillige Spende in der Höhe von 15 Euro.
"Erstens lebe ich in Salzburg. Ich war vor fünf Jahren zum ersten Mal bei diesem Arzt in Graz und seither nie wieder", schüttelt Veronika Karl den Kopf. "Außerdem müssen andere Ärzte und Krankenhäuser auch die Dateien auf den Computer übertragen. Und da werden die Kosten auch nicht auf die Patienten abgewälzt. Also ich zahle nichts."
Verfasst hat dieses kuriose Schreiben Hannes Bayer, Facharzt für Frauenheilkunde sowie für Anästhesie und Schmerztherapie. In der Grazer Humboldtstraße betreibt er eine Privatordination. "Ja, das ist sicher ein ungewöhnlicher Weg", gesteht Bayer der Kleinen Zeitung. Auch die Ärztekammer habe schon angerufen. "Aber ich wollte mit diesem Schritt zum Nachdenken anregen. Übrigens ganz im Sinne einiger Kollegen." Nein, er sei "kein Profit machender Arzt", so Bayer, der betont, "dass ich über 1000 Geburten verantwortet habe". Doch aufgrund neuer Bestimmungen müsse er möglichen Beschwerden von Patienten "sage und schreibe 30 Jahre lang Rechnung tragen. Und die Beweislast liegt dann bei mir".
Angesichts der erforderlichen Archivierung habe er daher Patienten um eine freiwillige Spende von 15 Euro gebeten. "Ist das so viel?", fragt Bayer. "Verlangt nicht auch jede Bank ihre Spesen?"
















