Tierheim-Chef schießt jetzt scharf gegen Politiker
Arche-Noah-Chef Oster reagiert auf Vorwürfe, das Tierheim sei schlecht geführt: "Diese Garnitur Politiker hat für Tiere nichts übrig."

Foto © PrivatArche-Noah-Chef Herbert Oster: "Die tägliche Ehrung durch meine Hunde ist mir wichtiger"
Die Stimmung im Tierheim Arche Noah war schon besser. Kein Wunder, nach der Kritik der letzten Tage: Das Heim sei völlig überfüllt, es halte sich nicht an die Auflagen, und mit Spaziergehern und Bewerbern um Tiere würde willkürlich verfahren. Eine explosive Mixtur, die aus Vorwürfen auf sachlicher und persönlicher Ebene besteht.
Arche-Noah-Chef Herbert Oster zieht nun eine erste Konsequenz. Er wird seine Bürgerschaft - nicht Ehrenbürgerschaft -, die ihm die Stadt Graz 2002 verlieh, zurücklegen. "Von dieser Garnitur Politiker, die für Tiere nichts übrig hat, brauche ich nichts", so Oster. Er meint damit die Ankündigung der Stadt, lieber Geld in eine Reptilien-Auffangstation zu investieren, statt in einen Umbau der Arche Noah.
Missstände
Doch auch hinter den Kulissen brodelt es weiter. Die Spaziergeher, die die Missstände bekannt machten, fürchten Sanktionen der Heimleitung. Es soll angekündigt worden sein, dass Tiere weggegeben werden, ohne den Betreuern zu sagen, wohin. "Das dürften wir wegen des Datenschutzes auch gar nicht", erklärt Heimleiterin Sonja Lang. Ein anderes Gerücht: Oster wolle 80 Hunde einschläfern. "Nur über meine Leiche", empört sich der.
Andere Spaziergänger sollen bereits mit Heimverbot belegt worden sein. Oster: "Das passiert nur, wenn sich jemand nicht an die zehn Heimregeln hält." Und er hätte bereits einen jungen Mann als Assistent für Frau Lang im Auge.
Alle Beteiligten hoffen nun, dass ein "Runder Tisch" am 28. März (16 Uhr, "Gösser Bräu" in Graz) Lösungen bringt. Teilnehmen werden Vertreter der Arche Noah, der Landes- und Stadtregierung, Amtstierärzte und Spaziergänger sein.
Features
Runder Tisch
Auf Betreiben der steirischen Tierombudsfrau Barbara Fiala-Köck wird es Ende März ein Treffen aller Beteiligten geben. Herzlich eingeladen sind vor allem die Spaziergänger, zahlreich zu erscheinen und ihre Meinung zu äußern.
Zeit: 28. März 2011, 16 Uhr,
Ort: Gösser Bräu, Neutorgasse 48, 8010 Graz, EG "Steirerstube"















