Graz verlängert Gastgarten-Saison bis Mitte November
Gastgarten-Gipfel: Als "Vorspeise" wurde Wirbel um fehlende Gewerbeberechtigung serviert. Zum Dessert gab's einen Kompromiss: Wegen großer Nachfrage wird Gastgartensaison bis 15. November verlängert.

Foto © FuchsAufgrund der großen Nachfrage verlängert: Grazer Gastgärten blühen heuer bis zum 15. November
Auch wenn dem Vernehmen nach so manches Zähneknirschen zu hören war - am Ende sprachen die Teilnehmer des Gastgarten-Gipfels von einem "angenehmen Gesprächsklima". Und von einem Kompromiss, "mit dem wohl alle Seiten leben können".
An dem Treffen nahmen seitens der Stadt Graz unter anderen Bürgermeister Siegfried Nagl, Vizebürgermeisterin Lisa Rücker und Stadträtin Sonja Grabner teil - gegenüber saßen im Namen der Wirtschaftskammer etwa Karl Wratschko (Gastronomie-Spartenobmann) sowie Hans Hofer (Tourismus-Spartenobmann). Sie verkündeten abends einen Kompromiss.
Künftig müssen Wirte ihre Tische und Sesseln im Freien nicht schon Ende Oktober abräumen: Die Gastgartensaison in der Murmetropole wird ab heuer bis 15. November verlängert - und zwar kostenlos, also ohne Extragebühren. Grazer Advent: Denn rund um den 18. November beginnen in der Regel bereits die Aufbauarbeiten für den Grazer Advent. Sollten einzelne Wirte ihr Interesse an einem Stand bekunden, sollen sie bevorzugt behandelt werden. Auch in punkto Gastgartenmiete kommt man den Wirten entgegen: Fährt einer von ihnen auf Urlaub oder stellt seinen Gastgarten erst ab Mitte April auf, so kann er mit einer reduzierten Gastgartenmiete rechnen.
80 Zentimeter
Im Gegenzug wird an der Norm für Fassadentische nicht gerüttelt: Wirte können also auch künftig im Winter Tische und Stühle entlang der Fassade ihres Lokals aufstellen - als Richtwert gilt weiterhin eine Tiefe von 80 Zentimetern.
Quasi als "Vorspeise" sorgte kurz vor dem gestrigen Gipfel ein prominenter Wirt und Kritiker des "Wintergastgartenverbots" für Aufsehen. Er hatte 2009 um eine Gewerbeberechtigung angesucht, doch diese bis zum vergangenen Wochenende nicht erhalten. Sehr wohl gab es Strafen wegen diverser Verstöße - dennoch hatte das Lokal stets geöffnet.
Im Magistrat war am Montag auf Anfrage von fehlenden Unterlagen die Rede - am Dienstag sind diese Unterlagen überraschend aufgetaucht. Und der Wirt erhielt seinen Schein. Der zuständige Stadtrat Mario Eustacchio (FP), einst nahe des Lokals beschäftigt, betont, dass er nicht für den Wirt urgiert habe.

















