Schwere Einschnitte im Kultur-Budget
Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) legt am Mittwoch sein Sparpaket offen. Innerhalb der Grazer Theaterholding geht man von bis zu fünf Millionen Euro weniger Budget aus.

Foto © KanizajIm Grazer Opernhaus sind Einsparungen in Millionenhöhe Thema
Peter Nebel, Kapitän der Theaterholding Graz, ist derzeit ein gefragter Mann. Mitarbeiter, Besucher und Medienvertreter wollen endlich wissen, wo der Sparstift Oper, Schauspielhaus, Jugendtheater Next Liberty und Spielstätten (Dom im Berg, Orpheum etc.) trifft. Doch Nebel zeigt stets auf die Regierung. Sie schnüre das Sparpaket 2011/2012. Im Landhaus wird eine andere Geschichte kolportiert: Nebel, ganz Kaufmann, hätte selbst sehr brauchbare Vorschläge gemacht. Welche das sind, sickerten prompt vor der heutigen Budgetpräsentation von Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) durch. Das Sparvolumen soll sich zwischen vier und fünf Millionen Euro bewegen.
Griff in die Kriegskasse. Als sicher gilt, dass die Kapitalreserven des steirischen Kulturriesen angezapft werden. Als Obergrenze nennt man 1,7 Millionen Euro pro Jahr. Zur Erinnerung: Der Stadtrechnungshof hat zuletzt kritisiert, dass die Theaterholding "überliquide" sei. Das Gesamtbudget aller Häuser beträgt laut Nebel 35 Millionen Euro.
Nulllohnrunde und Prämienverzicht. Analog zum Landesdienst und zu den Spitälern könnte auch in Opernhaus & Co. im nächsten Jahr eine Nulllohnrunde anstehen. "Verliehene Beamte" trifft sie automatisch. Bei anderen Mitarbeitern ist fraglich, ob sich der Wirbel lohnt, zumal mehrere Gewerkschaften (Privatangestellte, Kultur) mitmischen. Kolportiert wird obendrein ein Prämienverzicht in den Chefetagen.
Kürzere Spielzeit. Durch den Umbau der Thalia ab Mai geraten die Pläne von Next Liberty und Oper ohnehin durcheinander. Diesen Umstand dürften Land und Holding nutzen, um Produktionen zu verschieben oder vereinzelt abzusagen. Für Gesprächsstoff sorgt der Vorschlag einer um 14 Tage kürzeren Spielzeit.
Aufgeschoben. Abgesehen von Akutfällen (marode Schauspielhaus-Bestuhlung) sollen geplante Reparaturen auf die Zeit nach 2012 verschoben werden. Im Marketing dürften die Mittel ebenso knapper werden. Die Eintrittspreise halten hingegen.
Was immer Buchmann und Nebel im Detail vereinbart haben: Der Aufsichtsrat mit Vertretern aus Stadt und Land muss in seiner Sondersitzung am 29. März erst grünes Licht geben. Für zusätzliche Spannung sorgen die Verträge der künstlerischen Leitung: Sofern die Budgets einbrechen, können die Intendanten an ihre Ausstiegsklauseln denken.
Buchmann bleibt freilich dabei: "Die Großen müssen einen überproportionalen Beitrag zum Budget leisten." Neben der Theaterholding wird es das Universalmuseum Joanneum am stärksten treffen.













