Streit um Mur-Aktion
Murufer: Bürgermeister Nagl lässt Plakate und Kerzen der Kraftwerksgegner entfernen. Diese kündigen Rückkehr an.
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Es waren rund 30 Spruchbänder und unzählige Kerzen, die die Gegner des Grazer Murkraftwerks zuletzt entlang des Flussufers im Innenstadtbereich platzierten. Nun soll es mit dem aktionistischen Protest vorbei sein: Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) ließ die Plakate überraschend von den Bäumen nehmen und die Kerzen entsorgen. Die Kraftwerksgegner schäumen.
"Das ist unsere Möglichkeit, mit den Bürgern in Dialog zu treten", sagt Klemens Könczöl, Sprecher der Plattform "Rettet die Mur". "Die Aktion des Bürgermeisters zeigt, wie man diesen Dialog verhindern will." Zudem sei die Mur öffentliches Wassergut, weshalb die Republik und nicht die Stadt dafür zuständig sei. Der Kritik schloss sich gestern auch die Grazer KPÖ an.
Im Büro von Bürgermeister Siegfried Nagl verteidigt man indes das Vorgehen, das keineswegs "böswillig" sei: "Es kann doch nicht sein, dass man mit Plakaten sowie Kerzen protestiert und dann einfach heimgeht. Wer sagt denn, dass diese nicht im nächsten Moment mitgespült werden?!" Daher habe sich Nagl bei den Wirtschaftsbetrieben erkundigt und betreffende Utensilien letztlich entfernen lassen. "Es ist wohl paradox, wenn gerade Naturschützer so mit der Natur umgehen", lässt der Bürgermeister ausrichten. Die Kosten für die Entsorgung will Nagl übrigens den Urhebern der Protestaktion in Rechnung stellen.
Diese denken aber nicht daran, locker zu lassen. "Wir werden die Kerzen und Plakate wieder anbringen", kündigt Könczöl an.


















