Ärzte kritisieren GKK hart: Krebstests werden ausgelagert
Graz: Privatunternehmen untersucht billiger als Meduni: Gebietskrankenkasse kündigt Vertrag mit dem Meduni-Institut für Pathologie.

Foto © ScheriauÄrzte kritisieren GKK hart
Rund 1500 Kassenärzte erhielten dieser Tage überraschende Post von der steirischen Gebietskrankenkasse (GKK): Der Vertrag mit dem Meduni-Institut für Pathologie werde mit 31. März 2011 beendet. Das privat geführte Institut für morphologische Analytik und Humangenetik sei neuer Vertragspartner.
Dass der Sparkurs der GKK jetzt auch heikle Untersuchungen wie Krebstests trifft, empört Mediziner. "Die Krebsbehandlung zum Beispiel ist hochspezifisch, die Pathologie hatte für die wichtigsten Bereiche eigene Spezialisten. Je besser die Daten vom Pathologen, desto genauer kann man therapieren", erklärt der Arzt Edgar Petru. Die Frage, die sich Petru mit anderen stellt, ist, "ob das neue Institut vorab getestet wurde und es die Qualität der Meduni liefern kann. Wir sorgen uns um Patienten."
50.000 Tests pro Jahr
Insgesamt erledigte die Meduni-Pathologie für Kassenärzte bisher 50.000 Tests pro Jahr. In einer ersten Ärzte-Reaktion war von "Erpressung" die Rede. GKK und Meduni-Pathologie liegen jetzt im Clinch: GKK-Chef Peserl sagt, "dass man jeden verklagen werde, der die GKK der Erpressung bezichtigt". Man habe "über ein Jahr" ohne Ergebnis verhandelt. "Es spielt keine Rolle, ob der Patient zu Institut A oder B geht. Das neue Unternehmen hat uns die Qualität garantiert", antwortet Peserl auf die Vorwürfe.
Pathologie-Chef Gerald Höfler entgegnet: "Seit 2003 gab es keine Tariferhöhung, jetzt wollte die Gebietskrankenkasse den Preis noch einmal um 20 Prozent drücken." Die Meduni verliert rund 1,9 Millionen Euro an Einnahmen, Arbeitsplätze sind laut Meduni-Rektor Smolle nicht in Gefahr. Man werde, wenn nötig, "umschichten".
















