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Zuletzt aktualisiert: 26.02.2011 um 20:30 UhrKommentare

Hexentanz auf dem "mons Sekkel"

Jahrhundertelang galt der Schöckl als "steirischer Blocksberg", auf dem sich die Hexen trafen und wo die Räuber hausten. Ein Streifzug von der alten Kreidfeuerstation zum Grazer Hausberg.

1445Meter hoch ragt der Hausberg der Grazer mächtig empor - ein alleinstehender Kalkstock mit lang gestrecktem Plateau und weiter Aussicht.

Schon zur Römerzeit war seine nähere Umgebung bewohnt. Römersteine und ein Römergrab in Semriach bezeugen das ebenso wie die Römerstraße am Südhang des Schöckls, die von Flavia Solva nach Ostpannonien führte. Nach der Völkerwanderung besiedelten Slawen das Gebiet, was sich heute noch in vielen Orts- und Flurnamen zeigt. Lange Zeit glaubte man, dass der Name "Schöckl" von Sokol (Falke, Geier) käme. Heute aber ist man der Ansicht, dass die slawische Wortwurzel "cegl-" dahintersteckt - und die bedeutet "allein", "einzeln". Schöckl heißt demnach "der alleinstehende Berg".

Im Jahr 1147 wird er als "mons Sekkel" erstmals namentlich erwähnt - in einer Urkunde des Stiftes Seckau. Aufgrund seiner mächtigen Gestalt und Höhe spielte er schon früh eine bedeutende Rolle im Leben der steirischen Bevölkerung, war er doch ein natürliches Bollwerk für alle Feinde aus dem Südosten, das durch zahlreiche Burgen noch verstärkt wurde.

Wetterlöcher und Hexen

Die vielen Karstformationen auf dem Berg, darunter die berüchtigten "Wetterlöcher" regten früh schon die Fantasie der Menschen an. Kein Wunder, dass der Berg bald im Ruf stand, ein Tummelplatz von Hexen, Kobolden und Riesen zu sein. In einem Zauberprozess aus dem Jahr 1659 wird beschrieben, wie sich die Hexen "aus ganz Mittelsteier" auf dem "steirischen Blocksberg" treffen und "zum Tanz und Gelage mit Katzengespannen Wein und Braten hinauffuhren". Dort haben sie laut Prozessbericht einen Topf mit einem "Koch" (Brei) in den Boden eingegraben - und so tief sie ihn eingraben, so hoch fallen dann die Hagelschloßen auf die Erde, glaubte man. Die Hexen selbst fliegen als Raben in schwarzen Nebel gehüllt nach Graz, um den Hagel dort niederprasseln zu lassen. Doch die Sache hat einen wahren Kern: Die Hagelunwetter, die oft im Sommer Graz und das Raabtal verheerten, bildeten sich meist an den steilen Hängen des Schöckls.

Im Mittelalter diente er als Kreidfeuerstation, von der aus das Heranrücken feindlicher Heere signalisiert wurde. Dazu bereitete man zwei Holzhäufen vor, einen feuchten, der tagsüber angezündet wurde und viel Rauch entwickelte, und einen trockenen, der nachts entzündet wurde und mit heller Flamme weithin sichtbar war.

In den dichten Schöcklwäldern versteckten sich auch gefährliche Räuberbanden, die sich vor allem in den Ungarnkriegen gegen König Matthias Corvinus zusammenrotteten. Zweimal (1488 und 1511) mussten die Grazer sogar militärische Expeditionen in das wilde Schöcklgebiet unternehmen, um die Wegelagerer zu vertreiben, berichtet der Grazer Stadthistoriker Fritz Popelka.

1599 hat der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler den Berg bestiegen, um dem Mond näher zu sein und ihn in der klareren Luft besser beobachten zu können. Hoch zu Ross und mit einer Flinte bewaffnet bezwang 1601 der Kartograf Johannes Clobucciarich von der Weizer Seite aus den Berg, um für seine innerösterreichische Karte Beobachtungen zu machen. Er zeichnete das älteste Schöcklbild, das den Berg bereits unbewaldet zeigt.

Mir "schauderte die Haut"

Wanderungen auf den Schöckl waren auch 1825 nicht alltäglich, sondern für ungeübte Städter ein Abenteuer. Dem Berichterstatter "schauderte die Haut", wenn er in der "Grätzer Zeitung" schreibt, dass ihn "die furchtbare Tiefe anstarrte" und er nur mit Hilfe eines Bergführers sicher nach St. Radegund absteigen konnte.


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