Prozess um getötete Studentin
Lange hat es gedauert, bis die Staatsanwaltschaft Graz eine Entscheidung getroffen hat. 20 Monate nach Fahrerflucht in Graz kam heraus: Autolenker nahm Kärntner Radfahrerin Vorrang. Deshalb muss er vor Gericht.

Foto © BehounekDie Studentin Sabrina P. wurde an dieser Stelle in der Grazer Innenstadt getötet
Im Juni 2009 wurde die 25-jährige Kärntner Studentin Sabrina P. in Graz - sie war auf dem Fahrrad unterwegs gewesen - von einem Autofahrer geschnitten. Sie stürzte daraufhin so schwer, dass sie kurz danach ihren Verletzungen erlag.
Jetzt, 20 Monate später, hat die zuständige Staatsanwältin gegen den Unfalllenker Anklage wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen erhoben. Laut Hansjörg Bacher, dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen 20-jährigen, serbischstämmigen Österreicher, der in Graz wohnt. "Er hat mit seinem Auto beschleunigt und ist bei Rotlicht in die Kreuzung eingefahren", sagt Bacher, "die junge Frau musste dadurch stark abbremsen und stürzte". Laut Gutachter war es zu keiner Kollision gekommen.
Mitangeklagt ist ein Freund des Unfalllenkers. Der 22-jährige, ebenfalls serbischstämmige Österreicher, muss sich laut Bacher wegen falscher Beweisaussage verantworten. Er hatte unter anderem zunächst angegeben, das Auto gelenkt zu haben.
Die Ermittlungen waren von Anfang an schwierig. Der Unfalllenker hatte sich wochenlang erfolgreich versteckt. Die Polizei überprüfte dutzende infrage kommende Autos und ihre Lenker. Erst durch die Auswertung des Rotlicht-Blitzers am Unfallort (Kreuzung Joanneumring/Schmiedgasse) konnte der 20-jährige Lenker überführt werden. Aufgrund des unklaren Unfallherganges mussten zahlreiche Gutachten eingeholt werden, was immer wieder zu Verzögerungen führte. Noch in der Vorwoche wurden Zeugen einvernommen.
Der 20-jährige Unfalllenker ist nicht geständig. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten. Ein Termin steht noch nicht fest.

















