Grazer Ökumeniker Philipp Harnoncourt wird 80 und stiftet Kulturpreis
Der Grazer Ökumeniker und Liturgiewissenschafter Philipp Harnoncourt feiert dieser Tage seinen 80. Geburtstag. Er initierte zwei Preise: An Bildende Künstler werden 10.000 Euro, an Literaten 8.000 Euro ausgeschüttet.
Das Jubiläum hat er zum Anlass für einen kulturellen Impuls genommen und Kunstpreise ausgeschrieben, meldete die Diözese Graz-Seckau am Mittwoch. Für die Dotierung hat er in die eigene Tasche gegriffen und Freunde sowie Verwandte mobilisiert, so dass nunmehr 18.000 Euro zur Verfügung stehen.
Geschenke zum Jubiläum wollte der frühere Grazer Ordinarius für Liturgiewissenschaft nicht, wohl aber Unterstützung für die von ihm initiierten Preise zum Thema Dreifaltigkeit, die er gemeinsam mit dem Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz ausgeschrieben hat. An Bildende Künstler werden 10.000 Euro, an Literaten 8.000 Euro ausgeschüttet. Einreichungen zum Wettbewerb unter dem Titel "1+1+1=1" sind bis zum 15. März möglich.
Kompositionsauftrag an Peter Ablinger
Teilnahmeberechtigt sind Bürger aus jenen Ländern, in denen Philipp Harnoncourt lehrte: Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Rumänien, Ungarn, Ukraine, Slowakei und Tschechien. Für die Kategorie Dichtung müssen die Beiträge in deutscher Sprache abgegeben werden. "Das Thema ist frei interpretierbar. Es werden weder theologische Abhandlungen noch moralisierende oder missionierende Texte gesucht", heißt es in der Ausschreibung. Weiters wurde ein Kompositionsauftrag an Peter Ablinger erteilt. Die Preisverleihung soll um das Dreifaltigkeitsfest 2011 (17. Juni) im Rahmen eines Symposions im Grazer Kulturzentrum erfolgen.
Philipp de la Fontaine und d' Harnnoncourt-Unverzagt wurde am 9. Februar 1931 in Berlin geboren und ist ein Ururenkel von Erzherzog Johann. Eines seiner sechs Geschwister ist der Dirigent Nikolaus Harnoncourt. Nach Theologiestudien in Graz und München wurde Harnoncourt 1954 zum Priester geweiht. 1963 gründete er die Abteilung Kirchenmusik an der Grazer Kunstuniversität und war bis 1972 deren Leiter. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung (1999) war Harnoncourt Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Graz und seit 1973 Vorstand des Instituts für Liturgiewissenschaft, christliche Kunst und Hymnologie.
Seit 1986 ist Harnoncourt Mitglied des Vorstands der Ökumenischen Stiftung "Pro Oriente und Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich und der Ökumenischen Kommission der Österreichischen Bischofskonferenz. 1997 wurde er im rumänischen Sibiu/Hermannstatt zum Ehrendoktor in orthodoxer Theologie ernannt. Er hat rund 500 Schriften zu Fragen der Liturgie, Kirchenmusik, Kirchenbau, Kunst, und Ökumene publiziert.
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Fakten
Die Diözese Graz-Seckau feiert den Theologen mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 13. Februar, im Grazer Dom.

















