Hypo feuert alle Manager der slowenischen Töchter
Die Hypo Alpe Adria Bank hat am Mittwoch bei ihrer slowenischen Tochter die gesamte Führungsetage ausgetauscht. Die Vorstände von Bank und Leasinggesellschaft wurden gefeuert und durch neue Teams ersetzt.

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"Es gibt null Toleranz, das ist die ganze Erklärung für diesen Schritt", schweigt Hypo-Sprecher Dominic Köfner zu den Hintergründen des Rauswurfs der gesamten Führungsetage der Hypo- Slowenien.
Gestern wurde bekannt, dass sowohl die Vorstände der Bank, als auch der Leasinggesellschaft sofort ihre Sachen packen und gehen müssen. Neuer Vorstandsvorsitzender der Hypo-Bank in Slowenien ist der Salzburger Alexander Picker, zweiter Vorstand ist Matej Falatov. Die Geschäfte in der slowenischen Hypo-Leasing führt der Grazer Danijel Novak. Die slowenischen Aufsichtsbehörden müssen diesem Wechsel noch zustimmen.
Erwarteter Wechsel
Ob dieser radikal durchgezogene Wechsel eine Folge des "Whistleblower"-Programms ist, bei dem der Hypo- Vorstand die Mitarbeiter zum Jahreswechsel aufrief, Verfehlungen von Vorgesetzten und Kollegen anzuzeigen, wollte Köfner nicht beantworten. Doch die Erklärung, es gäbe nun andere Richtlinien, was ethisches Handeln angehe, lässt Raum für Interpretationen. Wird die Hypo die ehemaligen Manager zivilrechtlich klagen oder die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben? Auch dazu keine Antwort.
In Slowenien wurde der Schritt bereits seit Längerem erwartet. "Seit der Bekanntgabe, dass die Leasinggesellschaft in die Bank integriert wird, war klar, dass die Vorstände gehen werden", erklärt ein slowenischer Wirtschaftsjournalist.
Dubiose Provisionen
Zudem steht die Hypo im Nachbarland seit Monaten wegen mehrerer Provisionsaffären in den Schlagzeilen. Alleine bei einem Bauvorhaben mit einem Projektvolumen von 15 Millionen Euro floss eine Provision in Höhe von 3,8 Millionen Euro. Angeblich für Grundstücksprovisionen.
Die Namen, die in diesem Zusammenhang auftauchen, sind immer die gleichen: Andrej Oblak, der ehemalige Geschäftsführer der Hypo-Consultants. Dessen Vater, Miro Oblak, ist übrigens der Erfinder des "Skiper"-Hotelprojekts in der Bucht von Piran. Und Gerald Hoop, Rechtsanwalt aus Liechtenstein, dessen Name bei diversen Hypo-Projekten auftaucht. Zumindest drei werden laut Medienberichten auch von der slowenischen Staatsanwaltschaft untersucht. Hoop selbst war gestern zu keiner Stellungnahme bereit. Oblak schweigt seit Monaten zu allen Vorwürfen.
Schwierige Aufgabe
Ergebnisse der slowenischen Hypo-Töchter für das abgelaufene Jahr liegen noch nicht vor. Dennoch ist klar, dass auf das neue Management eine harte Aufgabe zukommt. Im Leasing-Bereich ist man mit einer Bilanzsumme von 2,7 Milliarden Euro unumstrittener Marktführer, allerdings verbuchte man 2009 ein Minus von 20,1 Millionen Euro. Zudem drängen immer mehr Gesellschaften in den Leasing-Markt, den die Hypo derzeit mit einem Marktanteil von 32 Prozent dominiert. In der Bank lag das Ergebnis mit einem Gewinn von 3,8 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 2,33 Milliarden Euro nur knapp im positiven Bereich.
Features
Banker-Wechsel
Bisher wurde die Bank in Slowenien von Anton Romih, Andrej Lah und Urban Golob geführt. In der Leasinggesellschaft führten Andrej Potocnik Marcel Sumper und Aleksander Skubic die Geschäfte.
Künftig führt Alexander Picker als Vorstandsvorsitzender die Bank, zweiter Vorstand ist Matej Falatov. Die Leasing wird von Danijel Novak geführt.

















