Siemens mit U-Bahn-Auftrag über 272 Millionen Euro
Siemens Österreich hat mit seinem in Wien und Graz entwickelten neuen U-Bahn-Modell "Inspiro" einen ersten Auftrag aus Polen an Land geholt. Warschau bestellt 35 Züge plus Option auf 17 weitere Garnituren.

Foto © APA/Sujet
Warschau hat für seine U-Bahn 35 Züge um 272 Millionen Euro bestellt. Die Wertschöpfung in Österreich liege bei rund 60 Prozent. Der geplante Baustart für die U-Bahn-Garnituren ist Frühjahr 2012, sagte eine Siemens-Österreich-Sprecherin am Mittwoch zur APA.
Züge bis 2016 ausgefliefert
Der Sprecherin zufolge werden die letzten Züge 2016 geliefert. Darüber hinaus habe sich Warschau im Auftrag eine Option auf 17 weitere U-Bahn-Garnituren gesichert. "Der aktuelle Auftrag umfasst die Lieferung, die Inbetriebnahme, die Tests und die Zulassung der Fahrzeuge. Die ersten zehn Garnituren werden komplett im Siemens-Mobility-Werk Wien Simmering gefertigt", betonte Siemens-Mobility-Chef Arnulf Wolfram laut einer Aussendung. Die Endmontage werde in Polen vom Partnerunternehmen Newag vorgenommen.
Warschau stehe stellvertretend für viele Städte in Osteuropa, wo eine überdurchschnittliche Entwicklung des Marktes prognostiziert werde, so Siemens. Der europäische Bahnindustrieverband Unife erwartet bis 2016 ein jährlich vierprozentiges Wachstum des 5 Mrd. Euro schweren Fahrzeug-Marktes. Das Wachstum werde von der steigenden Bevölkerung in den Städten getrieben. Derzeit laufen weitere Ausschreibungen in Brüssel und Helsinki, an denen der Technikkonzern interessiert sei, hieß es vonseiten Siemens Österreich.
Das U-Bahn-Modell "Inspiro" soll aufgrund der leichten Bauweise zwischen 20 und 30 Prozent der Energie im Vergleich zu herkömmlichen U-Bahn-Garnituren einsparen. Dazu kämen längere Wartungsintervalle. Außerdem beträgt die Recycling-Quote bei den neuen Garnituren über 95 Prozent, so Siemens in einer Aussendung. Wien ist das internationale Headquarter für U-Bahnen und Reisezugwägen innerhalb des Siemens-Konzerns. Pro Jahr werden dort von rund 2.000 Mitarbeitern rund 500 Fahrzeuge gebaut. Die Entwicklungsarbeit erfolgt im Siemens-Mobility-Zentrum in Graz.

















