Prozess gegen Bruder des Kampusch-Ermittlers verschoben
Der Bruder des durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Soko-Chefermittlers in der Causa Kampusch hätte am Mittwoch, wegen schweren Diebstahls und Urkundenunterdrückung in Graz vor Gericht stehen sollen.

Foto © Fuchs/Sujet
Nach Mitteilung des Gerichts wurde die Verhandlung infolge eines begründeten Antrags abberaumt und auf einen noch nicht bekannten Termin verschoben.
Der 56-jährige Grazer hatte laut Anklage Computer, Datenträger und Urkunden nach dem Tod seines Bruders an sich genommen, den Laptop später wieder zurückgegeben. Außerdem ist er wegen Vollstreckungsvereitelung angeklagt - als ehemaliger Inhaber eines Gartengestaltungsunternehmens soll er in einem Exekutionsverfahren gepfändete Lkw unterdrückt bzw. verschwiegen haben.
Bisante Note
Eine besondere Note hat der Prozess vor allem im Hinblick auf die Rolle des 56-Jährigen im Zusammenhang mit medial kolportierten Zweifeln am Selbstmord seines 58-jährigen Bruders. Der Beschuldigte ist von der Mehrtäter-Theorie im Fall Kampusch überzeugt und vermutet, dass sein Bruder in seinen Ermittlungen möglichen Komplizen von Wolfgang Priklopil zu gefährlich geworden sein könnte. Nahrung erhielt diese Theorie nicht zuletzt durch Aussagen von Abgeordneten im Parlament, wo im ständigen Unterausschuss des Innenausschusses der Frage nachgegangen werden soll, ob sich die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft in diesem Fall richtig verhalten haben.
Der in der Causa des Ermittler-Todes ebenfalls unter Beschuss geratene Leiter der Staatsanwaltschaft Graz, Thomas Mühlbacher, hält hingegen die Untersuchungen zum Selbstmord für "wasserdicht".

















