Ein "Killer", der sich zu benehmen weiß
Ein Bankräuber, Spitzname "Killer", bekam für einen auffallend höflichen Banküberfall neun Jahre Haft.

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Sie machen mir ja tatsächlich einen sehr höflichen Eindruck", stellt Richter Gernot Patzak fest. "Verzeihung", sagte der Angeklagte, als er ungewollt den Richter unterbrach. Ja, so ist er, Johann Staber (38), genannt "Killer".
"Guten Tag, Kohle bitte!", sagte er ganz ruhig, als er kurz vor Weihnachten eine Grazer Bank überfiel. Mit "Er kann mir auch Kohle geben, bitte!" band er auch den zweiten Kassier in die Transaktion ein. Stark getrübt wird der höfliche Eindruck durch die Maske sowie die (ungeladene) Gaspistole, die er auf die Bankangestellten richtete.
Mit 55.000 Euro verließ er ruhig die Bank und ging davon. Dank aufmerksamer Bürger wurde er schon an der nächsten Kreuzung ("Ich bin stehen geblieben, weil es rot war.") von der Polizei gestellt. Trotz verdächtiger Handbewegung schossen die Beamten nicht, sondern überwältigten ihn nur. "Im Auto hat er sich quasi dafür bedankt."
Zwölf Vorstrafen hat der baumlange, kräftige Spengler mit Traumberuf Koch. Sieben sind einschlägige Gewaltdelikte, eine versuchte Vergewaltigung ist auch dabei. "Aber das mit dem ,Killer', das war damals in den Neunzigern."
Im August wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. Zu Weihnachten hatte er schon einen Alkoholrückfall, einen Entzug und den Bankraub hinter sich. Er hatte Schulden bei seiner Lebensgefährtin und kein Geld, um ihren fünf Kindern "eine Freude" zu machen.
"Es tut mir sehr leid. Ich würde gerne alles rückgängig machen", bedauert er. Geht nicht. Eine Waffe ist eine Waffe, auch wenn es eine ungeladene Gaspistole ist. Und schwerer Raub ist schwerer Raub. Neun Jahre scheinen dem Schöffensenat angemessen.
"Bedenkzeit", sagt der "Killer". Und: "Bitte."
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