Dieser Ball bewegt Millionen
Die Grazer Opernredoute ist zum Wirtschaftsfaktor geworden. Bis zur Eröffnung, heuer am 29. Jänner, wird knapp eine Million Euro ausgegeben.

Foto © ScheriauDie Opernrredoute als Wirtschaftsfaktor
Kaum zu glauben: Die Grazer Opernredoute steckte in den Kinderschuhen, da dachte man im damaligen Theaterausschuss über ein Aus nach. Tenor: "Können wir uns das leisten?" Die Ballmacher setzten sich durch. Zum Glück: Heute ist die Redoute der Höhepunkt der Saison, wird weit über die steirischen Grenzen geschätzt und beworben. Viele Unternehmer tanzen mit ihren Kunden an. Die Wertschöpfung 2010 war bei 1,7 Millionen Euro. Heuer tanzt die Oper am 29. Jänner.
Der Opernredoute-Besucher, 2500 fasst das Haus, kurbelt den Umsatz diverser Branchen an. Laut einer Studie von "bmm" gibt ein Gast im Schnitt 55 Euro für Kosmetik und Beauty aus. "Vor der Redoute herrscht bei uns Hochbetrieb", nickt Josef Pfeifer. In seinem Salon für Haut und Haar lassen sich auch zunehmend Männer für die lange Nacht im Opernhaus stylen.
Kleidung und Schuhe sind ein weiteres Kapitel: 303 Euro ist es dem Ballbesucher durchschnittlich wert. Dieses Geschäft lässt sich mittlerweile auch der Veranstalter nicht entgehen. Im Kunststücke-Shop (Bürgergasse) "gibt es das Ballkleid ebenso wie den passenden Kopfschmuck", so Bernd Pürcher, der mit Michael Tomec die Redoute organisiert. Budget: rund 300.000 Euro.
Die Gastronomie setzt in dieser Nacht pro Gast wiederum 109 Euro um. Taxiunternehmen und Garagenbetreiber profitieren ebenso. Und nicht zu vergessen die Hotellerie. Zwischen drei und vier Prozent der Wertschöpfung entfallen laut Marktforschung auf die Nächtigungen. "Die Redoute ist absolut relevant", bestätigt Dieter Hardt-Stremayr, Chef des Graz Tourismus. Die Gäste würden die Qualität schätzen. "Viele Wirtschaftsbetriebe nutzen den Ball als Kundenevent." Außerdem sei er tanzbar, was in Wien nicht immer der Fall sei. "Im Gegensatz zum Opernball kann man bei der Redoute einen Linkswalzer tanzen, ohne andere Paare zu gefährden", lacht Hardt-Stremayr. Der Graz Tourismus würde das Thema Bälle jedenfalls österreichweit bewerben. Mit der Opernredoute als großes Aushängeschild.
Dem stimmt Stefan Grossek, Herausgeber des "ballguide" (für Wien, Oberösterreich und die Steiermark) sofort zu. "Die Redoute ist unvergleichlich in der Steiermark. In Wien könnte sie sich mit Klassikern wie dem Kaffeesiederball messen", so Grossek. Überhaupt sei die Ballsaison mit ihren Klassikern und den vielen Maturabällen längst zum Grazer Wirtschaftsmotor geworden. "Textilhandel, Floristik, Technik, Tanzschulen, Caterer, Druckereien, Hotels, Sicherheitsdienste und natürlich die Saalanbieter: Es entstand eine kleine Ballindustrie", sagt der Parkettprofi. Er ist Stammgast der Redoute - wie so viele. 70 Prozent aller Firmen buchen immer wieder Logen oder Tische für die lange Nacht im Opernhaus. Hinter den Kulissen werken 150 Personen.


















