Ein Luxus-Auto in Schlangenlederoptik aus Neapel
Insgesamt sieben Autos erstanden zwei Grazer günstig in Neapel. Sie waren alle gestohlen. Jetzt müssen Sie sich gegen den Vorwurf der Hehlerei wehren.

Foto © APA/Sujet
Einen schlechten Eindruck macht der Erstangeklagte (22) nicht - na ja, der Versicherungsvertreter schaut ihm ein bisschen unter dem kurzen Sakko hervor. Im August des Vorjahres hat er sich günstig einen Audi A 3 in Italien gekauft, in Neapel.
"Alle haben mir gratuliert. Ich war der glücklichste Mensch der Welt." Heute, nach insgesamt sieben (!) Autos, sitzt er neben seinem Arbeitskollegen (35) vor Richterin Sandra Berzkovics, hat Schulden bei seinen Freunden, kein Auto mehr und eine Batzen-Anklage wegen Hehlerei und Urkundenfälschung am Hals. Dabei hat er sich "vorbildlich verhalten". Sagt sein Anwalt.
Er hatte auf ein Inserat geantwortet, ließ sich die Ausweispapiere des Händlers, eines Deutschen namens "Alex", zeigen. Er überprüfte die Papiere des Autos, zahlte 15.000 Euro, Nova und CO2-Abgabe und meldete das Auto anstandslos an.
Aber Alex hatte noch einen Porsche Carrera um 44.000. Der Audi wurde versetzt, der Porsche ("ein Konkursverkauf, sehr günstig") in Neapel besichtigt und gekauft. Erst zu Hause merkte der Käufer, dass er sich nicht einmal neue Reifen und die Versicherung leisten kann (Zur Erinnerung: Er ist Versicherungsvertreter und Vermögensberater).
Also wurde der Porsche verkauft. Alex hatte zum Glück einen BMW X 6 in "Schlangenlederoptik" in Neapel stehen. Sein Vater fragte ihn, ob er "deppert" ist, sein Chef bezweifelte, dass dieses Auto bei Kundenkontakten gut rüberkommt.
X 6 abstoßen, älteren Porsche her, dann einen A5, der Kollege kaufte einen Mercedes ML etc. etc. Der schwunghafte Handel endete im Oktober, als Alex in einem gestohlenen Auto angehalten wurde. Alle in der berühmten Autometropole Neapel erstandenen Autos erwiesen sich als gestohlen.
"Waren Sie im Herbst in einer Automanie?", fragt der Staatsanwalt. - "Ich habe nur das Auto gesehen und mich in dem Auto." - "In welchem der sieben?", fragt die Richterin trocken.
Das Verfahren wird vertagt. "Welches Auto fahren Sie jetzt?" - "Ein Firmenauto. Ich weiß nicht genau. Ich kenn' mich mit Autos nicht gut aus."
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