Wirbel um Dienstwagen: "Freygekaufter" Hainzl
Nach Wirbel um Dienstwagen des WK-Präsidenten aus dem eigenen Autohaus begleicht nun Toyota Frey die Rechnung.

Foto © KANIZAJ Hainzl sieht "Lexus-Affäre" nun bereinigt. Doch die Kritik reißt nicht ab
Mit weit mehr als 300 PS ist der steirische Wirtschaftskammer-Präsident Ulfried Hainzl mit seiner Dienstwagen-Affäre ins Fettnäpfchen geschlittert. Wie die Kleine Zeitung enthüllt hat, kaufte der Geschäftsführer des Grazer Autohauses Winter ja mit den Kammergeldern im eigenen Geschäft ein. Und zwar einen zwei Jahre alten Lexus LS Hybrid. Der Wagen mit einem Neupreis von rund 130.000 Euro war als Demo-Car angemeldet gewesen und kostete deshalb "nur" noch 87.000 Euro.
Er habe nur sparen helfen wollen und ist nach wie vor überzeugt, "dass diese Lösung, die das Präsidium auch abgesegnet hat, nicht zum Schaden der Kammer war". Dem Image als WK-Präsidenten diente dieser Autokauf freilich nicht. Gestern meldete sich auch der langjährige Kammerfunktionär und Chef der Grazer Konditorei Zafita, Gert Liebisch, zu Wort und forderte ob der katastrophalen Optik und Unvereinbarkeit sogar Hainzls Rücktritt.
Kurzzeitig dachte der Präsident sogar daran, den Kauf rückabzuwickeln, falls es bei einem anderen Händler eine vergleichbar günstige Lösung gebe. Das ist nun aber nicht mehr notwendig. Hat doch der langjährige Toyota- und Lexus-Vertragspartner Hainzl vom Generalimporteur der Toyota-Luxusklasse Rückendeckung bekommen. Per Aussendung erklärte Toyota Frey, man werde die Kosten für Hainzls Lexus übernehmen und an die Kammer überweisen, um die Sache unbürokratisch aus der Welt zu schaffen. Freilich sei diese "Gratislösung" kein Angebot, das man in dieser Form auch Kammern anderer Bundesländern mache, hieß es dazu auf Nachfrage.
Für Hainzl ist die Affäre "damit aus der Welt". Schuldeingeständnis, dass das Geschäft nicht sauber gewesen sei, will er darin aber keines sehen. Für die Sprecherin der Grünen Wirtschaft, Sabine Jungwirth, ist dieser "Frey-Spruch" aber nicht befriedigend: "Auch dieses Geschäft ist nicht sauber. Denn Hainzls Autohaus hat damit weiterhin Geld verdient, weiterhin fährt der Präsident ein Luxus-Auto, das teurer ist als jenes des Landeshauptmannes und weiter wehre er sich gegen eine transparente Ausschreibung."
Kurios: Auf Landesebene gab es schon einmal Aufregung rund um Lexus-Hybrid-Dienstkarossen. Als nämlich der damalige SP-Umweltlandesrat Manfred Wegscheider sich einen um 58.000 Euro bestellt und damit das Limit für Regierungsdienstautos von 50.000 Euro gesprengt hat. Damals sprang aber kein Importeur ein, um dem Steuerzahler einen Gefallen zu tun.















