Langes Warten auf Transplantation
Weil seine Schmerzen unerträglich wurden, entschied sich Steirer für Hornhauttransplantation. Was in Graz aber in zehn Monaten nicht möglich war, geht in Wien in nur zwei.

Foto © Fotolia/Sam23Wo man sich operieren lässt bestimmt die Wartezeit auf eine neue Hornhaut
Seit vielen Jahren trägt ein Steirer in beiden Augen Kontaktlinsen. Doch immer öfter hat er damit Probleme, werden die Schmerzen in den Augen unerträglich. Nach ausgiebiger ärztlicher Beratung und reiflicher Überlegung entschloss sich der 35-Jährige schließlich zu einer Hornhauttransplantation an beiden Augen. Anfang März vergangenen Jahres wurde der Mann auf die Transplantationsliste der Grazer Universitäts-Augenklinik gesetzt, man müsse, so hieß es, auf ein geeignetes Spenderorgan warten.
Baustelle
Als sich bis November nichts tat, fragte der Steirer nach und erfuhr, dass es zum einen keinen geeigneten Spender gegeben habe und zum anderen die Hornhautbank bis Ende Dezember wegen notwendiger Umbauten ohnehin geschlossen habe. Daraufhin entschloss sich der Mann, am Wiener AKH anzurufen. Und siehe da, dort wurde ihm sofort ein Operationstermin für Mitte Jänner - also innerhalb von nur zwei Monaten - zugesagt. "Ich freue mich auf die Operation, weil ich endlich wieder normal leben will", sagt der Steirer. Er ist aber auch frustriert, weil er schon seit Monaten keine Schmerzen haben könnte.
"Natürlich haben die Wiener mehr Organspender", sagt der Grazer Klinikvorstand Andreas Wedrich, daher die längere Wartezeit in Graz. Außerdem achte man selbst sehr darauf, jungen Patienten auch eine junge Hornhaut zu geben, "da weiß ich nicht, wie das die Wiener Kollegen halten". Und ja, die Information bezüglich der Sperre der Hornhautbank sei schlecht gelaufen.
Ob nicht eine österreichweite Warteliste Abhilfe für viele wartende Patienten schaffen könnte? "Ja", so meint Wedrich. Er werde das bei seinen Kollegen anregen.
Kosten sind das Problem
Während man in Graz einen Mangel an Hornhäuten hat, ist das am Wiener AKH kein Problem. Stephan Kaminski, Chef der Wiener Hornhautbank: "Uns liefern alle Wiener Spitäler zu, nur die Operationszeiten sind die Engstelle." Warum die Grazer dann nicht Hornhäute aus Wien anfordern?
"Das passiert nur in Akutfällen", so Kaminski, "aber eine Hornhaut, die wir liefern, kostet 1200 Euro - ein Betrag, von dem die Gebietskrankenkasse leider nur einen Bruchteil bezahlt und das Spital so auf den Kosten sitzen bleibt."
















