Nach 20 Operationen darf Bub (14) hoffen
Im Kosovo völlig falsch behandelt, liegt Egzon seit Sommer in Graz auf der Intensivstation. Heuer soll er endlich Verwandte besuchen können.

Foto © Fuchs
Als langjähriger Leiter der Kinder- und Jugendchirurgie am LKH Graz hat Michael Höllwarth einiges erlebt. Allerdings "so etwas Katastrophales noch nicht. Als ob mit einem Schrotgewehr in den Bauch geschossen worden wäre."
Ist es aber nicht. Mit den Folgen einer völlig missglückten Blinddarmoperation hat Egzon, ein Bub aus dem Kosovo, viel mehr zu kämpfen. Im vergangenen Sommer brachte man das Waisenkind in lebensbedrohlichem Zustand ins Landeskrankenhaus. Zwanzig Operationen und Eingriffe später geht es dem 14-Jährigen nun endlich halbwegs besser. Der unermüdliche Einsatz von Intensivmediziner Peter Schober, Schwester Ingrid Lehner-Sebath und Team hat sich gelohnt. "Wir können mit dem Schließen der Bauchdecke beginnen", erzählt Höllwarth erleichtert. Insgeheim hofft er, dem Buben seinen größten Wunsch an dessen 15. Geburtstag im Februar erfüllen zu können: einen Besuch bei Verwandten in der Heimat.
Im Kosovo hatte eine Serie von Fehlbehandlungen bei und nach der Blinddarmoperation das Kind beinahe das Leben gekostet. Von einem Desaster ins nächste sei der Patient gestolpert, seufzt der Klinikchef. "Da waren nicht gerade Meister am Werk. Es wurde viel herumgepfuscht." Folge: Als Egzon nach Graz überstellt worden ist, war der Bauch aufgeplatzt und der Darm leck. Es sah aus "wie im Krieg", schildert Höllwarth. Am LKH musste der 14-Jährige Schritt für Schritt stabilisiert werden. Vorher war an eine Operation nicht zu denken. Die Kosten haben Gönner aus der Wirtschaft übernommen.
Inzwischen hat Egzon viele Operationen hinter sich. Auch das aufwendige Wechseln der Spezialverbände ist dem Buben vertraut. Ernährt wird er via Magensonde. "Der Darm ist noch ein Problem", so Höllwarth. Aber: "Wir können anfangen, zuzumachen." Für das Waisenkind ist das die schönste Nachricht. Und für Schwester und Onkel, die Egzon gerne wiedersehen würde. Dank Skype haben die Verwandten nun wieder Kontakt. Die Idee dazu hatten die Grazer.
















