"Es ziehn aus weiter Ferne drei Könige einher"
13.000 Kinder und Erwachsene waren steiermarkweit als Sternsinger unterwegs. Wir machten uns mit einer Gruppe aus Graz-St. Veit auf den Weg. Und erlebten einiges.

Foto © Gernot EderGroße Freude über den königlichen Besuch
Das Weihrauchfass glänzt golden im Sonnenlicht. Sandra, Elisabeth und Marlene sind eine von über 30 Sternsinger-Gruppen, die an diesem Wintertag in St. Veit unterwegs sind. "Es ziehn aus weiter Ferne drei Könige einher" singen sie - die Bäurin, die hier am Stadtrand von Graz wohnt, ist gerührt: "Ist das schön!" Doch die Sternsinger wollen nicht nur schön singen, sondern auch ihre Botschaft weitergeben. "Vielen Menschen geht es leider schlecht, darum singen wir für ihr Recht", verkündet Melchior alias Elisabeth.
Begleitet werden die drei Könige von Ines. Die junge Studentin war selbst zehn Mal als Sternsingerin unterwegs, seit ein paar Jahren begleitet sie die Gruppen. "Es ist schön, wenn sich die Leute freuen. Einigen stehen sogar Tränen in den Augen."
Immer wieder werden Sandra, Elisabeth, Marlene und Ines auch eingeladen. "Habt ihr Durst?", fragt etwa der Mann im nächsten Haus. Sie lehnen ab. Die Zeit drängt, denn obwohl es immer kälter wird, wollen sie noch ein paar Häuser besuchen. Marlene trägt Fußwärmer und auch die anderen beiden Könige tragen unter ihrem prächtigen Gewams dicke Pullover und Hosen.
"Einerseits kündigen wir unsere Routen im Pfarrblatt an. Andererseits gibt es mittlerweile auch Gruppen, die nur abends gehen", erzählt Simone Bräuer aus dem Sternsinger-Team der Pfarre Graz-St. Veit. Damit will man verhindern, vor verschlossenen Türen zu stehen.
Als Nächstes kommt ein Wohnblock dran. Tür zwei wird geöffnet. Die Frau freut sich sehr über den Besuch, obwohl die jungen Damen nicht jeden Ton präzise treffen. Erst vor wenigen Minuten ist sie von der Arbeit heimgekommen. Vor der nächsten Wohnung werden sie schon mit einem großen Hallo erwartet. Weil der kleine Florian sich fürchtet, tragen die Sternsinger ihre Lieder und Gedichte im Gang vor. "Manchmal rufen die Leute uns von drinnen zu, dass sie nicht zu Hause sind", erzählt Marlene alias Balthasar. Sie ist zum dritten Mal als Sternsingerin unterwegs. Ein schlichtes "Nein, danke!" würde reichen, meint sie.
Beim nächsten Eingang scheint der Wind noch kräftiger zu blasen. Hinter der ersten Tür jault ein Hund. Doch kurze Zeit später öffnet ein junger Mann. Seine Eltern seien nicht zu Hause, aber die Sternsinger könnten gerne eintreten. Beim Nachbarn ist tatsächlich niemand daheim. "Beim Herrn Dunkel ist es dunkel", schmunzelt Sandra. "Ich hasse den Geruch von Weihrauch", meint die Frau, die die nächste Tür aufmacht. Doch sie spendet und Ines schreibt an die Tür: C-M-B: Christus segne dieses Haus.
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DREIKÖNIGSAKTION
Im Vorjahr wurden in der Steiermark rund 2,6 Millionen Euro gesammelt - eine Steigerung von 3,73 Prozent gegenüber 2009. Auch für heuer wird ein ähnliches Ergebnis erwartet.
Mit den gesammelten Spenden werden heuer Hilfsprojekte in Guatemala unterstützt.


















