Ein plakativer Rückzieher
Umstrittene Eigenwerbung: Galgen-Plakat einer Firma sorgt in Graz für Aufregung, Stadträtin nennt es "geschmacklos". Nun wird es überklebt.

Foto © EderDer jüngste Aufreger in Plakatform, unter anderem in der Grazer Evangelimanngasse gesichtet
Bildlich gesprochen bewegt sich Plakatwerbung in Graz oft auf sehr dünnem Eis - und nicht selten geht man dabei nach Meinung vieler einen Schritt zu weit: So sorgte im Vorjahr manches Sujet in der Murmetropole für Aufregung, meist wurde der vermeintlich "sexistische" Auftritt scharf kritisiert.
Und kaum ist das neue Jahr ein paar Tage alt, schon wird erneut über ein Plakat diskutiert - diesmal allerdings aus einem ganz anderen Grund: Denn nicht ein allzu tiefes Dekolleté oder gar ein nacktes Model lässt die Wogen hochgehen, sondern ein Strick in Form eines Galgen. Schwarz auf gelb. Daneben ist zu lesen: "Hängt länger, besser und überall: Das EPA-Plakat" (siehe Foto oben).
Mehr haben viele in Graz nicht gebraucht: Allen voran kritisierte gestern SPÖ-Stadträtin Martina Schröck das Plakat als "geschmacklos". Schon allein in Hinblick auf jene Mitmenschen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben, halte sie diese Darstellung für "völlig unangebracht und pietätlos".
Auf Anfrage der Kleinen Zeitung zeigt man sich seitens der zuständigen Firma "EPAMEDIA" zunächst überrascht: Das Plakat sei bloß als Eigenwerbung gedacht, schließlich sei man Spezialist in Sachen Werbung im öffentlichen Raum.
Kurz darauf erfolgt das offizielle Statement der Wiener EPAMEDIA-Geschäftsführung: "Es hat immer wieder Plakate gegeben, die heftig diskutiert wurden und heute Kultstatus haben, wie zum Beispiel die Benetton-Kampagne", schickt man grundsätzlich voraus. Dann das große Aber: "Wir wollten zwar das Plakat ins Gespräch bringen, aber sicher niemand dadurch verletzen. Das kritisierte Sujet wird daher in den nächsten Tagen überklebt."
Erst 2010 hatte es unter anderen die Brauerei Hirter in die Schlagzeilen geschafft - mithilfe von "Fasstypen", die sich als spärlich bekleidete Models entpuppten. Und auch Hannes Kartnig und seine Perspektiven-Werbung ernteten für Sexhotline-Plakate harsche Kritik.
















