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Zuletzt aktualisiert: 21.12.2010 um 06:56 UhrKommentare

Unmoralisches Angebot an Polit-Chauffeur nach Unfall

Eine Prostituierte rammte einen Dienstwagen der Stadt Graz. Dann machte sie ein unmoralisches Angebot: Der Fahrer sollte die Anzeige gegen kostenlose Bordellbesuche fallen lassen.

Foto © Fotolia/Rod Parsons

Eine derart kuriose Geschichte bleibt im Grazer Rathaus nicht lange vertraulich: Einem Chauffeur von Spitzenbeamten und -politikern wurden kostenlose Bordellbesuche angeboten, sollte er nach einem Verkehrsunfall von einer Anzeige absehen und seine Versicherung täuschen. Natürlich weigerte sich der rechtschaffene Magistratsbedienstete.

Bei den anschließenden Erhebungen stellte sich heraus, dass der Inhaber des Unfallwagens überhaupt nicht versichert und offiziell als arbeitslos gemeldet war. "In Wahrheit hat er als Zuhälter in Graz sein Geld verdient", weiß man heute im Magistrat. Allerdings ist der Mann mittlerweile ebenso untergetaucht wie jene Prostituierte, die Anfang Dezember in den städtischen Dienstwagen gekracht ist.

Ereignet hat sich der Auffahrunfall in der Kärntner Straße nahe einer Tankstelle. Der Politiker-Chauffeur (Name der Redaktion bekannt, Anm.) bog gerade nach rechts ab, als ein Auto rückwärts aus einer Parklücke hinausfuhr. Der Fahrer konnte auf der rutschigen Schneefahrbahn nicht mehr rechtzeitig bremsen: Die Autos, beide Marke BMW, kollidierten. Am Dienstwagen der Stadt ging das rechte Frontlicht kaputt. Am anderen Fahrzeug bekam die hintere Stoßstange einige Kratzer ab. Kurz: ein herkömmlicher Unfall mit Sachschaden. Ein Routinefall für die Polizei und die Versicherungen.

Liebesdienste angeboten

Doch die Unfalllenkerin, ihr Begleiter und eine weitere Frau, die im Wagen gesessen hatten, versuchten krampfhaft, den Magistratsfahrer davon abzuhalten, die Polizei zu rufen. Viel mehr bot der Inhaber des BMW dem Grazer kostenlose Liebesdienste bei seinen "Damen" an. Er müsse dafür bloß von einer Anzeige absehen und der Versicherung eine andere Geschichte auftischen. Der brave Chauffeur weigerte sich jedoch und rief die Polizei. Mittlerweile wird wegen Versicherungsbetrugs ermittelt. Auch das AMS prüft den Fall des Arbeitslosen.

THOMAS ROSSACHER

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