Gefällt und gepflanzt
Am Murufer zu Feldkirchen fielen die Bäume. "Ökologische Ausgleichsflächen" für ein Kraftwerk müssen nachträglich aufgeforstet werden.
Mit Argusaugen beobachten Grazer Umweltschützer jeden Spatenstich entlang der Mur. Prompt kracht es an der Stadtgrenze zu Feldkirchen, wo die rechte Uferseite abgeholzt worden ist. Ein Kahlschlag ausgerechnet dort, wo "ökologische Ausgleichsflächen" - also intakte Natur - für das Wasserkraftwerk Gössendorf vorgesehen und im "Mur-Masterplan Graz-Süd" auch verankert sind. Resultat: Die Grünen toben und weinen ihren Angaben nach 1000 Bäumen nahe dem Eisbach nach.
Die Abteilung für Grünraum wiederum fühlt sich gepflanzt: Das Ufer müsse nachträglich aufgeforstet werden. Unterdessen beruhigt man bei der Energie Steiermark/Steweag-Steg. Die attraktive Ausgleichsfläche komme wie geplant. Und die Bäume im flachen Uferbereich wären mittelfristig ohnehin kaputtgegangen. Es würden neue gepflanzt. Auflagen der Umweltbehörden wurden nicht verletzt.
Gemeinderätin Andrea Pavlovec-Meixner (Grüne) macht die Rodung freilich wütend: "Wertvolle Flächen wurden vernichtet." Dabei nehme die Stadt Geld, geplant sind 500.000 Euro, in die Hand, um im Muruferbereich in Ökologie und Freizeit zu investieren. Robert Wiener, Chef der Grünraumabteilung, nennt den Kahlschlag "äußerst unbefriedigend". Eine Ersatzaufforstung sei notwendig, damit dieser Uferbereich "in fünf bis zehn Jahren zugewachsen ist". Wiener streng: "Das zahlt sicher die SSG (Steweag-Steg)." Die erhitzten Gemüter abkühlen möchte Estag-Sprecher Urs Harnik-Lauris. Tenor: Der Uferbereich, übrigens im Bereich der 110-kV-Leitung, wird neu aufgesetzt. Ausgleichsflächen sowie Naturlehrpfad und Freizeitflächen kommen wie geplant.














