Grazer Reininghaus-Gründe: 80-Millionen-Kauf steht
Die Details der geplanten Übernahme der Reininghaus-Gründe durch die Stadt stehen. Der Gemeinderat muss am Montag grünes Licht geben.

Foto © PrivatSo groß wie die Altstadt und Hoffnungsgebiet für die ökologische Neustadt von Graz
Rund 54 Hektar groß ist das Areal, das seit dem Auftreten der PR-Experten rund um den Wiener Ernst Scholdan von der Asset One als das Hoffnungsgebiet für eine Grazer Stadtteilentwicklung gehandelt wurde. Dass aber Reininghaus für Scholdans Immobilienfirma eine Nummer zu groß war, ist seit 2009 offenkundig. Nun soll die Übernahme durch die Stadt unter Dach und Fach gebracht werden. Was noch fehlt, ist der Beschluss durch den Gemeinderat, der am Montag fallen soll.
Das sind die Details für den Deal, den VP-Finanzstadtrat Gerhard Rüsch mit Scholdan ausverhandelt hat: Die Asset One gliedert Reininghaus an eine Gesellschaft aus, die die Stadt übernimmt. Das Rathaus übernimmt damit aber auch Schulden in der Höhe von 79,5 Millionen Euro, für die die Stadt haftet. Damit "entlässt" die Stadt Scholdan, der zunächst ja mit Risikokapital von bis zu 25 Millionen Euro an Bord gehalten werden sollte, komplett aus der Verantwortung.
Rüsch erklärt, warum: "Das hat sich als die bei Weitem günstigste Variante für die Stadt herausgestellt, weil wir durch die Haftung der Stadt einen deutlich besseren Zinssatz für die Darlehensrückzahlung bekommen." Wäre Scholdan an Bord geblieben, hätte die Stadt in den nächsten drei Jahren zwischen zehn und 15 Millionen Euro Zinsen berappen müssen: "So sind es sieben Millionen."
106 Millionen Investitionen
Zum Schuldenberg von fast 80 Millionen Euro kommen auf die Stadt dann noch rund 106 Millionen an Infrastruktur-Investitionen zu (Tramerschließung, Straßen, Kanal). All diese Summen sind freilich im Budget 2011 (siehe folgende Seiten) noch nicht berücksichtigt. Sie müssten in den nächsten Jahren erst gesondert budgetiert werden, wenn der Gemeinderat grünes Licht für den Reininghaus-Deal gibt.
Fest steht aber auch, die Zinsuhr würde in Reininghaus fortan für die Stadt kräftig ticken. Rüsch: "Wir wollen mit der Bank noch verhandeln, dass wir die nächsten drei Jahre zinsfrei gestellt sind." Dann gehe man sicher auch schon an die Realisierung der ersten Bauprojekte.
Bis dahin muss die Stadt noch ihre Hausaufgaben machen. Es braucht eine städtebauliche Umweltverträglichkeitsprüfung und es müssen Partner für Bauprojekte gewonnen werden. Mit den großen Wohnbaugenossenschaften sei man bereits intensiv in Verhandlungen, betont Rüsch: "Sie müssten sich halt innovativ einbringen." Denn Reininghaus soll als Zero-Emission-City ein grüner Öko-Stadtteil werden.
















