Ordnung kann sehr spannend sein
Der Grazer Paulus M. Dreibholz betreibt in London erfolgreich ein Gestaltungstudio.

Foto © PrivatPaulus M. Dreibholz
Der Bewerb "100 Beste Plakate" hat Tradition. Mehr als 1600 Einreichungen von rund 500 Agenturen und Grafikern aus Deutschland, der Schweiz und aus Österreich musste die Jury der Ausgabe 09 sichten. Die hundert besten sind auf Ausstellungstournee, Station ist derzeit Wien.
Nur vier Plakate aus Österreich haben es in Schau und Publikation geschafft. Arbeiten von Eva Dranaz, Agnes Steiner, Helmut Prochart (mit Beate Göbel) und Paulus M. Dreibholz.
Dreibholz, 1977 in Graz geboren, ausgebildet in London am College of Printing und am Central Saint Martins College, blieb nach seinen Studien in der britischen Metropole, 2003 eröffnete er hier sein Atelier.
Im Text "Formen Lesen", ein "Plädoyer für bewusste Gestaltung", betont Dreibholz das "Bedürfnis nach Ordnung und Struktur" als wesentliches Prinzip seiner Arbeit. Sein Beitrag zu den "100 Besten Plakaten", Beispiel aus einer Serie von Ankündigungen der "architecture live"-Symposien an der Wiener Universität für angewandte Kunst, beweist das. An der Angewandten bringt Dreibholz, der am Central Saint Martins College Typografie und Kommunikationsdesign lehrt, sein Können in die Meisterklasse für Grafik und Werbung ein. Außerdem ist er Mitbegründer von TeachingType, Plattform für Unterrichtende im Bereich Visuelle Kommunikation.
"Seine Arbeiten", so die Jury, "sind von einem durchdringenden Verständnis für Form und deren Wirkung auf die menschliche Wahrnehmung geprägt. Die Grundstruktur der Gestaltung fußt auf den architektonischen Interpretationen der klassisch-funktionalistischen Architekturgeschichte: Kreis, Halbkreis, Quadrat und Linie werden zu Zahlen geformt."
Insgesamt ließen "100 Beste Plakate 09" den Trend "zu klaren Gestaltungselementen" erkennen, die Konzentration "auf unmittelbare Kommunikation und präzise Bildaussagen". Vermehrt auch zu sozialkritischen Themen.
Features
Ausstellung
100 Beste Plakate 09. Bis 9. 1. 2011. Museum für angewandte Kunst (MAK), Wien, Stubenring 5.

















