Die Protestwelle der Trafikanten rollt weiter
Nach Aktionstagen: Heute informieren Trafikantenvertreter über das weitere Vorgehen.

Foto © WEICHSELBRAUN Trafikanten protestieren gegen Einheitspackerl für Zigaretten
"Ein gemeinsames Zeichen gegen die Bevormundung aus Brüssel" setzen seit einigen Tagen Österreichs Tabaktrafikanten. Heute wird das Bundesgremium rund um Obmann Peter Trinkl das weitere Vorgehen erläutern. Am Freitag und Samstag vergangener Woche beteiligten sich nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der insgesamt 7100 heimischen Trafiken an der Protestaktion. Man wehrt sich gegen eine geplante Verschärfung der EU-Tabakprodukt-Richtlinie, die u.a. einheitlich schwarz-weiße Zigarettenschachteln ohne Logos und Farben vorsieht. Marken wie Marlboro, Memphis oder Camel würden von der Bildfläche verschwinden. Logos, Schriftzüge und Farben sollen von den Schachteln verbannt werden.
Erlaubt wären dann nur noch Warnhinweise sowie der Markenname in standardisierter Schrift und Größe. Zudem will die EU eine für den Kunden sichtbare Platzierung im Geschäft verbieten. Einen Blick in diese Zukunft gewährten zahlreiche Trafiken, die ihre Produkte in den Regalen verhängten und Zigarettenschachteln hinter schwarz-weißen Kärtchen platzierten. "So sieht der Kunde, was auf ihn zukommen könnte", argumentiert ein Grazer Trafikant. Seit Mitte November läuft dazu auch eine Unterschriftenaktion. Nach Angaben von Trinkl haben seither rund 500.000 Menschen unterzeichnet, die Aktion läuft noch bis 17 Dezember. Innerhalb der Tabakindustrie fürchtet man, dass durch die standardisierten Packungen Fälschern Tür und Tor geöffnet werden.
"Ziel der neuen Gesetzgebung wird sein, Rauchen in allen EU-Ländern weniger attraktiv und weniger gesundheitsschädlich zu machen", betont hingegen der zuständige EU-Kommissar, John Dalli. Das Ideal sei ein rauchfreies Europa.
















