Keine Angst vor der Fußball-AG
Der SK Sturm Graz überlegt die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Präsident Gerald Stockenhuber über Gerüchte, Pläne, Ängste.

Foto © GEPASturm-Präsident Gerald Stockenhuber
Sonntag Abend. Statt daheim auf der Wohnzimmer-Couch, sitzt Sturm-Präsident Gerald Stockenhuber in der Redaktion der Kleinen Zeitung und plaudert über ein Thema, das am Wochenende viel Staub aufgewirbelt hat - die mögliche Umwandlung des SK Sturm in eine AG.
Entspannt versuchte er zu erklären, was seit Monaten hinter den Kulissen Thema bei diversen Sitzungen war: "Die Gemeinnützigkeit von Vereinen im Profi-Fußball wird bald fallen. Die Bundesliga wird sich relativ zeitnah auch mit dem Thema beschäftigen. Das wussten wir - und deshalb haben wir schon begonnen, uns der Problematik zu stellen." Doch ist die AG für Stockenhuber und Sturm keine vordergründige Thematik, seit sich die Bundesliga des Themas annimmt. "Aber eine komplexe. Deshalb gibt es viele Fragen und konkrete Theorien. Bei der Generalversammlung werden wir die Mitglieder informieren", sieht der Sturm-Boss die Sache entspannt.
Vorbild Austria
Als Beispiel einer funktionierenden AG nennt Stockenhuber die Wiener Austria. Und: Vor einer Fußball-AG, die nicht an der Börse notiert und deren Aktien daher auch keinen Wertschwankungen unterliegen, brauche keiner Angst zu haben, sie habe Vorteile, sagt er. Wie etwa, dass Aufsichtsratsmitglieder im Gegensatz zu Vorstandsmitgliedern im Verein nicht mit ihrem Privatvermögen haften. "Deshalb wäre das eine neue, gute Plattform, um Leute aus der Wirtschaft an den Klub zu binden."
Das Spiel mit den Namen
Dass im Zusammenhang mit der diskutierten Umstrukturierung Namen wie der von Walter Hörmann oder der von Heinz Palme - leitend in den Organisationskomitees der Weltmeisterschaften 2006 und 2010 tätig und bei der EM 2008 "Österreich-am-Ball"-Macher - für mögliche hauptberufliche leitende Posten gehandelt werden, kann Stockenhuber nicht nachvollziehen. Nur soviel sagt er: "Ich weiß nicht, woher diese Namen kommen. Ich habe mit keinem der beiden Herren gesprochen."
Ob es einer seiner Vorstandskollegen getan hat, wie kolportiert wird, darüber macht er sich zumindest offiziell keine Gedanken. Über Sportdirektor Oliver Kreuzer und die noch ausstehende Vertragsverlängerung sehr wohl - und dazu hat er auch etwas zu sagen. "Der Sportdirektor hat eine tragende Rolle in einem Verein. Nun gilt es, Vereinsziele zu definieren und auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Oliver und ich sind bei diesen Gesprächen sehr weit. Und die i-Punkte werden wir auch noch finden, da bin ich mir sicher."













