Roche-Chef Schwan: "Der Druck ist enorm"
Schwan verteidigt den Abbau von 4.800 Stellen mitunter auch in der Steiermark, betont aber zugleich, dass er sich über "die Folgen auf menschlicher Ebene bewusst" sei. Der Schweizer Pharma-Konzern hält weiter Ausschau nach Zukäufen und Innovationen von außen.

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Trotz Sparprogramm: Der Schweizer Pharma-Konzern Roche hält weiter Ausschau nach Zukäufen. Das Unternehmen sei interessiert, Innovationen von außen ins Haus zu bringen, sagte Konzernchef Severin Schwan. Zudem verteidigte er in der Sonntagspresse den Abbau von 4.800 Stellen - darunter auch in Österreich rund 400 Jobs in der steirischen Landeshauptstadt Graz, wo bis 2013 die Roche Diagnostics geschlossen werden soll.
"Ich erlebe es als eine sehr schwierige Situation", sagte der Roche-Chef im Interview mit der "SonntagsZeitung". Er sei sich den Folgen dieses Effizienzsteigerungsplans auf menschlicher Ebene bewusst. Doch "würde ich nicht entschlossen handeln, würde ich meiner Führungsverantwortung nicht gerecht", so Schwan.
Roche hatte am vergangenen Mittwoch trotz Milliardengewinne den Abbau von weltweit 4.800 Arbeitsplätzen bekannt gegeben, darunter 770 Stellen in der Schweiz. Der Pharmakonzern begründete dies unter anderem mit Belastungen durch die Gesundheitsreform in den USA, dem generellen Preisdruck und Rückschlägen bei einzelnen Produkten.
"Es wäre für mich bequemer, weiterzumachen wie bisher. Doch würde ein Teufelskreislauf in Gang kommen. Die Maßnahmen, die dann nötig werden würden, wären ungemein schmerzhafter", sagte Schwan weiter.
Mit der Leistung der Mitarbeitenden im Werk Burgdorf, das in zwei Jahren ganz geschlossen wird, sei er beispielsweise sehr zufrieden, sagte Schwan in der "NZZ am Sonntag". "Unsere Leute in Burgdorf leisten eine ausgezeichnete Arbeit." Langfristig sei es dennoch wichtig, die verschiedenen Funktionen bei den Entwicklungsaktivitäten an einem Standort - in diesem Fall im deutschen Mannheim - zusammenzuführen.
Dass in der Schweiz Stellen abgebaut werden, in der Forschungsabteilung der für rund 46,8 Mrd. Dollar (derzeit 34,2 Mrd. Euro) zugekauften US- Tochter Genentech aber nicht, habe mit der positiven Dynamik dieser Abteilung zu tun.
"Bei der Umsetzung eines solchen Programms ist es wichtig, dass man sehr differenziert vorgeht und nicht alles über den gleichen Kamm schert", sagte Schwan weiter. Insgesamt habe der Konzern zwölf völlig neue Wirkstoffe in der Pipeline, davon stammten acht aus dem Roche-Netzwerk.
Damit habe Roche eine der führenden Produktepipelines in der Industrie. Diese Position mit kleineren oder mittelgrossen Zukäufen auszubauen ist gemäss dem Konzernchef gut möglich. "Wir sind weiterhin daran interessiert, Innovationen von aussen ins Unternehmen hereinzubringen".
Ob Roche dabei auch an den Allschwiler Biopharmakonzern Actelion, über dessen Übernahme momentan heftig spekuliert wird, denkt, lässt Schwan in der "SonntagsZeitung" offen. "Wie üblich kommentieren wir keine Marktgerüchte."

















