"Markt favorisiert kleinere Autos"
Mini-Chef Wolfgang Armbrecht über die Countryman-Produktion in Graz und neue Pläne. An der Entscheidung für Graz hatte er nie Zweifel. "Es gab zwar auch kritische Diskussionen, doch diese wurden konstruktiv gelöst".

Foto © BMW MINIWolfgang Armbrecht
Seit einigen Wochen wird der Mini Countryman bei Magna Steyr in Graz gefertigt, wie ist die Produktion angelaufen?
WOLFGANG ARMBRECHT: Ich durfte das Projekt von Anfang an mitbegleiten und ich muss sagen, dass der Mini Countryman in Graz außerordentlich positiv angelaufen ist. Es ist eine Zusammenarbeit, wie wir sie uns vorstellen. Es gab zwar auch kritische Diskussionen, doch diese wurden konstruktiv gelöst. Das hat uns sehr gut gefallen. An der Entscheidung für Graz hatten wir nie Zweifel.
Welche Stückzahlen erwarten Sie für 2011, wie viele werden es heuer sein?
ARMBRECHT: Wir wollen natürlich so viel wie möglich verkaufen. Es ist jetzt aber noch viel zu früh, um zu sagen, wie viele Einheiten wir 2011 erwarten. Im Modell-Mix von Mini gehen wir davon aus, dass der Countryman rund 20 Prozent ausmachen wird.
Gibt es Zielgrößen?
ARMBRECHT: Dazu äußern wir uns noch nicht. Wir bringen das Fahrzeug ja gerade erst auf den Markt. Der Start war aber sehr erfreulich, das kann man wirklich unterstreichen. Wir hoffen natürlich, dass das so weitergeht.
Könnten Sie sich vorstellen, dass eine etwaige Cabrio-Ausführung auch in Graz gefertigt wird? Da wird ja schon sehr viel spekuliert.
ARMBRECHT: Es gehört, glaube ich, zum Geschäft von Medien, auch einmal über das eine oder andere in der Zukunft Liegende zu spekulieren. Jetzt konzentrieren wir uns auf den Viertürer, so wie er derzeit vom Band läuft, alles Weitere wird die Zukunft zeigen.
Sie schließen es aber auch nicht aus?
ARMBRECHT: Mini ist immer offen für neue Ideen.
Sehen Sie die Gefahr, dass der Absatz des Countryman zulasten eines anderen Mini-Modells geht?
ARMBRECHT: Das glauben wir nicht, wir sehen das als eine kontinuierliche Entwicklung. Wir haben das Fahrzeug auch deshalb gemacht, um auch für junge Familien ein Angebot bieten zu können.
Die Modellreihen von geländegängigen Fahrzeugen steigen unaufhörlich. Wie viel "Cross" verträgt der Markt?
ARMBRECHT: Wir machen ja die Modelle nicht, weil wir meinen, dass wir Crossover-Modelle anbieten müssen. Jedes Modell spiegelt eine Interessenlage im Markt wider. Die Individualisierungsmöglichkeiten bei Mini sind riesig. Generell sehen wir, dass der Markt zunehmend kleinere Fahrzeuge favorisiert, sei es aus ökonomischen oder ökologischen Gründen. Es gibt diese Tendenz zum Downsizing, man könnte auch sagen, the world is becoming more Mini.
Mit neuen Projekten?
ARMBRECHT: Auf der IAA 2009 haben wir zwei neue Produktideen für den Mini vorgestellt. Ein Coupé und einen Roadster. Inzwischen haben wir die Entscheidung getroffen, dass beide Produkte auf den Markt kommen, das Coupé wird bereits 2011 eingeführt, der Roadster folgt später.
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Zu person
Wolfgang Armbrecht, geboren am 7. Oktober 1957 in Hessisch-Lichtenau (Hessen). Studium der Betriebswirtschaft und Publizistik in Berlin und Salzburg. Seit 1985 im BMW-Konzern tätig, seit 2008 Markenchef der BMW-Tochter Mini. Am 24.11. wird er bei der Open University der Automotive Academy in Graz referieren.













