Millionen für dieses neue Logo?
Millionenkosten für Logo-Umstellung
Seit G7 den Streit um die hausinterne Logo-Gestaltung für das "Haus Graz" enthüllt hat, gehen die Wogen in der Stadt so richtig hoch. Die Kreativwirtschaft ist – wie berichtet – entsetzt, dass das Rathaus den neuen Gesamt-Außenauftritt aller seiner Abteilungen und Töchter mit einem "selbst gebastelten" Logo bestreiten will.
Das sei ein "Schlag ins Gesicht" für alle Kreativen, legt Heimo Lercher, Obmann der Werber in der Wirtschaftskammer, im Gespräch mit G7 noch ein Schäuferl nach. Er versteht nicht, dass die Stadt diese wichtige Frage als "geheime Kommandoaktion" abwickelt. Es sei eine vergebene Chance, dass eine Stadt, die City of Design werden will, ihre Markenwerdung und Logofindung nicht nutzt, um europaweit Designer einzuladen und so für Aufsehen zu sorgen.
Obwohl das neue Logo absolute Verschlusssache ist, geistern jetzt erste "Schnappschüsse" von "Logo-Entwürfen" herum. Die Lettern G R A Z in vier Quadraten sollen als "Dachmarke" fungieren. Dem "A" werden Farbcodes diverser Abteilungen zugeordnet. Den Quadraten sollen Begriffe wie Stadt oder Verkehrsbetriebe angefügt werden.
Sollten Bürgermeister Siegfried Nagl und seine Vize Lisa Rücker die Umstellung durchziehen, kommen Millionenkosten auf die Stadt zu. Von der GVB Uniform über den Fuhrpark der Müllabfuhr bis zu Straßen- und Firmenschildern aller Töchter und Werbelinien von Messe und Graz-Tourismus müsste alles neu gemacht werden. Für einen so umfassenden Relaunch brauche es Profis, müsse man besonders auf die Marke achten, ätzt man hinter vorgehaltener Hand. Und Lercher hat schon in seiner Protestnote klargemacht, dass die Logo-Gestaltung nur ein Prozent der Gesamtkosten für die Umstellung ausmachen würde. Dass man gerade da den Sparwillen bekundet, überrascht.
Mancher ätzt darüber, dass die Stadt zwar 60.000 Euro für das "Rotstrichviertel Jakomini" ausgibt, aber bei der Marke Graz herumknausert. Unmut gibt es über die Dachmarken- Strategie vor allem auch bei der Messe, hört man, die auch erst vor wenigen Jahren ihr Corporate Design gewechselt hat.
Trotzdem macht sich SPÖ- Stadtrat Karl-Heinz Herper jetzt für die hausinterne Lösung stark und unterstützt Magistratsdirektor Martin Haidvogl, der am Logo-Konzept mitgebastelt hat. Auch Rücker ist trotz Kritik für die Sparvariante. Nur Nagl selbst betont: "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen – und ich nehme die Argumente von Heimo Lercher, der sein Handwerk versteht, sehr ernst." Der Stadtchef will die Vertreter der Kreativwirtschaft jedenfalls noch zu einer Gesprächsrunde laden.
Features
Siegfried Nagl, ÖVP-Bürgermeister
Wir werden die Kreativen in der Logo-Frage jedenfalls noch zu einem Gespräch einladen.
















