Zweierlei von der Enttäuschung
Bitter: Der Gault Millau 2011 nimmt Graz alle bisherigen Zwei-Hauben-Restaurants - und lässt keine neuen zu. Wohin geht nun die Reise?

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Graz hat viele Titel, unter anderem ist die Murmetropole ja "Genusshauptstadt". Und tatsächlich kommen auch Feinspitze unter dem Uhrturm auf ihre Kosten - allein, so überdrüber ist das Dargebotene zumindest in den Augen mancher Gastro-Kritiker derzeit nicht: Denn die jüngste Ausgabe des "Gault Millau" enthält kein einziges Grazer Restaurant mit zwei Hauben (siehe Infobox rechts).
Nicht nur, dass im Zuge der großen Zeugnisverteilung die bisherigen Spitzenreiter herabgestuft wurden - auch jenen, die haubenmäßig aufsteigen wollten, wurde die Suppe versalzen.
Erst im Vorjahr hatte ja der Gault Millau drei Grazer Restaurants mit zwei Hauben gekrönt: Neben dem "Stammgast" namens Kehlberghof in Straßgang wurden erstmals auch das Café Sacher in der Herrengasse sowie das aiola city am Mehlplatz in die illustre Runde aufgenommen.
Und heuer? Kamen die Gastro-Kritiker wieder - und nahmen je eine Haube mit.
Ergebnis macht stutzig
Verständlich, dass die Enttäuschung groß ist. Wobei man unisono nicht verstehen kann, dass Graz auf einmal gar kein Zwei-Hauben-Restaurant mehr haben soll. "So ein Gesamtergebnis ist fast schon komisch", meint Kehlberghof-Chef Vinzenz Gruber. Auch Judith Schwarz ist nicht nur mit Blick aufs eigene aiola city enttäuscht. "Für Graz generell tut es mir leid." Sie werde aber das Beste aus der Sache machen - "das kann nur ein Ansporn fürs nächste Jahr sein".
Diese Einstellung gefällt auch Sacher-Chef René Leitgeb: Er geht überhaupt so weit, zu sagen, "dass diese Situation bei aller Enttäuschung auch eine Chance ist. Denn jetzt werden sich alle bemühen und richtig reinhauen".
Einer von diesen fand sich gestern schon: Philipp Haiges vom Restaurant "Carl" will die Kollegen rasch an einem Runden Tisch versammeln, "um die Murmetropole kulinarisch wieder auf Vordermann zu bringen".
Apropos Haiges: Sein "Carl" sorgte ja mit einem Punktegewinn für einen Lichtblick beim jüngsten Gault Millau. Neben Jürgen Kleinhappl vom "San Pietro", der auf Anhieb eine Haube ergatterte.
Ganz zu schweigen von jenen Kollegen, die seit Jahren auf konstant hohem Niveau kochen - Haube(n) hin oder her.
Features
DIE GRAZER HAUBEN
Eine Haube, 14 Punkte: Kehlberghof (minus ein Punkt), Sacher (minus 1 Punkt), Carl (plus 1 Punkt), Magnolia, Mayers, Hofkeller (alle gleich geblieben).
Eine Haube, 13 Punkte: aiola city (minus zwei Punkte), San Pietro (neu unter der Haube) sowie aiola upstairs, LoVin, Santa Clara und Landhaus Hammerl (jeweils gleich geblieben).
















