Hermann Maier als Stargast beim Business-Forum
Wo enden persönliche Herausforderungen, wie baut man Stress ab, hilft Humor, den Tagesablauf leichter zu bewältigen, und wie kann man Entwicklungshilfe leisten? Konkrete Antworten auf viele Fragen.
Quelle © KLZ Digital "Ich habe jetzt mehr Freiheiten": Hermann Maier im Video-Interview
Mit "Freude zum Erfolg" lautete gestern das Generalthema des mittlerweile neunten Businessforums, das einmal mehr einige Hundert Teilnehmer in die Grazer Stadthalle zog. Nicht zuletzt wegen des Stargastes Hermann Maier, dem der Kleine Zeitung-Moderator Ernst Sittinger beileibe nicht nur Bekanntes entlockte. Etwa zu seinem Sturz 1998 im japanischen Nagano. Wie in Zeitlupe beschrieb Maier die letzten Meter vor und die nachfolgenden Meter nach seinem "Abflug" dem atemlos lauschenden Publikum.
"Wie ich gesehen hab', dass die Schi ganz oben sind, hab' ich gewusst, die Linie pack' ich nicht mehr", erklärte der Herminator knochentrocken. Wenig bekannt sind auch seine Gedanken nach dem legendären Sturz. "Da ich gedacht habe, das linke Schlüsselbein ist sicher gebrochen und steht heraus, hab' ich zuerst auf die rechte Schulter geschaut und dann nach links. War aber eigentlich alles o. k., bis aufs Knie."
Grenzen überwinden galt es für Maier aber nicht bei der nächsten Abfahrt, wie Sittinger vermutet hatte, sondern am Abend nach dem Sturz. "Beim Training auf dem Ergometer habe ich mir gedacht, jetzt ist's vorbei. Ich habe trotzdem weitergemacht." Während Maier aufzeigte, wie man seine eigenen Grenzen überwinden kann, um zum Erfolg zu kommen, präsentierte die deutsche Medizinerin Sabine Schonert-Hirz ihr Erfolgsrezept gegen den Stress.
Nachdenken spart Arbeit
Sie spannte einen weiten Bogen von Stress über Burn-out bis zur Depression und zeigte Wege auf, viel arbeiten und trotzdem gut leben zu können: "20 Prozent vorher über die Arbeit nachdenken erspart womöglich 80 Prozent der Arbeit." Wichtig seien jedenfalls Vorfreude, Abwechslung und vor allem Gesundheit, für die man etwas tun sollte, "denn leider pflegen viele das Auto immer noch mehr als den eigenen Körper".
Nach der Mittagspause ging's quasi in die weite Welt. Nach Afrika, Kenia, schließlich Mombasa. In der zweitgrößten Stadt des Landes und in deren Umgebung engagiert sich das 2006 gegründete Hilfsprojekt zur Selbsthilfe, Mama Afrika, berichtete dessen Mitbegründer Georg Brandner. Vorwiegend kleine Unternehmer werden unterstützt, mit 200 bis 300 Euro ist es möglich, einen lebensfähigen Betrieb aufzubauen. Mama Afrika "will etwas tun für Afrika", sagt Brandner, er fordert aber von den unterstützten Kleinunternehmern eigene Ideen, Businesspläne und Engagement ein. Wie es das Ehepaar Nzavila Mbetsa und Emmily Mwari Wanje zeigen. Sie haben bereits einen Dorfladen und ein Hotel errichtet. Jetzt wollen sie in einem neuen Projekt mit eigenen Milchkühen eine kleine Molkerei aufbauen. Aus Freude am Erfolg.
Aus Freude entstehen Wille und Mut zu Taten, und das schafft wieder Freude. Das war auch die Botschaft des Motivationstrainers Jolly Kunjappu.


















